Es muss nicht immer Sport sein
Wissenschaftler fanden heraus, dass das Risiko einer Herzerkrankung um 20 Prozent verringert werden kann, wenn man sich einfach etwas mehr bewegt. Die gute Nachricht dabei: Die Laufschuhe können im Schrank bleiben, denn der Alltag bietet genug Gelegenheit für die kleine Portion Extra-Bewegung. // Von Sabine Kumm

Tina und Sport – zwei Welten prallen aufeinander. „Dabei wusste ich immer, dass ich etwas für mich und meinen Körper tun muss. Ich hatte Rückenschmerzen und fühlte mich schlapp“, sagt die 39-jährige Sachbearbeiterin. Aber an Sport ist nicht zu denken. Ihr fehlt es an Zeit und Lust. Acht-Stunden-Tage am Computer, knifflige Probleme, nervige Kunden – so sieht Tinas Arbeitsalltag aus. Nach solchen Tagen will sie nur noch nach Hause und vor dem Fernseher entspannen. Abschalten durch Einschalten – irgendwann ist Tina aus der Spur geraten. Sie war überzeugt: „Wenn es nicht einmal mehr zu einer halben Stunde Jogging reicht, ist sowieso schon alles zu spät!“
Laufschuhe bleiben im Schrank
Doch damit lag Tina falsch. Zumindest hat Dr. James Levine von der amerikanischen Mayo Klinik Rochester herausgefunden, dass nicht sportliche Höchstleistungen nötig sind, um fit zu bleiben und die Muskeln nicht erschlaffen zu lassen. In einer Vergleichsstudie begleiteten er zehn schlanke und zehn leicht übergewichtige Sitzberufler mit speziellen Messgeräten durch den Tag, auch kleinste Bewegungen wurden registriert. Das Resultat: Die schlankeren Kandidaten waren täglich etwa zweieinhalb Stunden länger mobil – und verbrannten dabei um die 350 Kalorien zusätzlich. Interessant dabei ist, dass sie für dieses Kunststück weder Laufschuhe noch Fahrrad brauchten. Sie verfügten lediglich über eine höhere alltägliche Grundaktivität als die Vergleichsgruppe. Treppensteigen, Abwaschen von Hand oder Fußwege hatten sie selbstverständlich in ihr Leben eingebaut.
Entsprechend empfiehlt Dr. Levine allen angehenden Alltagsaktivisten: „Wackeln und laufen Sie hin und her, gehen Sie einkaufen, tanzen Sie, putzen Sie Ihre Wohnung oder spielen Sie Gitarre!“ Denn wer nichts tut, baut ab. Und bleibt auf schlechter Laune, Rückenschmerzen und zahlreichen anderen Zivilisationskrankheiten „sitzen“.
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