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Schönheit & Pflege

Es muss nicht immer Sport sein

Bewegungsfaule Generation

Wer in der Schule, im Auto, im Wartezimmer und vor dem Computer lange genug still gesessen hat, hält das irgendwann für normal. Professor Dr. Wildor Hollmann, langjähriger Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln, bestätigt dies: „In der fast viereinhalb Millionen Jahre alten Menschheitsgeschichte stellen die heute lebenden Menschen die erste Generation dar, die bei der Bewältigung ihrer Berufs- und Privataufgaben so geringe Energiemengen verbraucht, dass biologischen Mindestanforderungen nicht mehr genügt wird.“ Die Konsequenz liegt auf der Hand: Wir müssen unsere Kalorienkraftwerke ankurbeln, um unseren Muskeln einen Job zu verschaffen.

Kleine Schritte, große Wirkung

Auch Prof. Dr. Gerhard Schuler, internistischer Chefarzt des Herzzentrums Leipzig, bestätigt die positiven Auswirkungen, die bereits ein vergleichsweise bescheidener zusätzlicher Kalorienverbrauch von mindestens 1000 kcal in der Woche auf die Gesundheit haben kann. „Das Risiko einer koronaren Herzerkrankung vermindert sich um etwa 20 Prozent“, sagt der Mediziner. Schon zwanzig Minuten Bewegung an zwei bis drei Wochentagen wirkten sich positiv auf Beschwerden wie Wirbelsäulenerkrankungen, zu hohen Blutdruck, Rheuma oder Depressionen aus. Und das Beste dabei: Der erforderliche Zeitaufwand lässt sich auch in einen dicht gepackten Arbeitstag problemlos integrieren. Zu Hause ist die Vorgabe mit einer halben Stunde Putzen oder Bügeln am Tag bereits erfüllt. Im Büro dagegen summieren sich viele kleine Bewegungseinheiten.

Warum nicht mal im Sitzen tanzen?

Das beginnt beispielsweise mit einem „zappelfreudigen“ Stuhl mit beweglicher Sitzfläche. Hier sind viele verschiedene Modelle auf dem Markt, die je nach Bedarf Federn, Kippen und „Tanzen im Sitzen“ ermöglichen, damit den Rückenmuskeln nicht langweilig wird. Bei einem Telefongespräch kann man die Venen verwöhnen und mit den Füßen wippen. Und um den Brief aus dem Drucker zu holen, müssen nicht die Stuhlrollen eine Spur in den Teppichboden fräsen. Am besten ist das Gerät so platziert, dass Aufstehen unumgänglich ist.

Für gelegentliches Hin- und Hergehen findet sich immer ein Vorwand, zum Beispiel den weiter entfernten Kopierer benutzen oder die Kollegen am anderen Ende des Korridors besuchen. Mal eben zu Fuß in die Buchhaltung im dritten Stock zu steigen, bringt viele Punkte auf das Bewegungskonto. Tina hat es ausprobiert und bezeichnet sich nun selbst schmunzelnd als Alltagsaktivistin. Sie holt ihren Kaffee in der oberen Etage und nimmt für die Kollegin eine Etage unter ihr einen mit. Sie fühlt sich gut dabei – und der kurze Plausch mit der Kollegin ist ein zusätzliches Vergnügen.

 

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