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Schönheit & Pflege

Im Gespräch

„Siegel sind Qualitätsversprechen“

Heinz-Jürgen Weiland-Groterjahn, Vorsitzender des Arbeitskreises Kontrollierte Naturkosmetik, erklärt, warum Gütezeichen so wichtig sind. // Interview: Stephanie Silber

Weiland-GroterjahnDipl.-Ing. Heinz-Jürgen Weiland-Groterjahn (48) ist Vorsitzender des Arbeitskreises Kontrollierte Naturkosmetik beim BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflege) und wissenschaftlicher Leiter der Firma Logocos.

Warum ist es eigentlich nötig, Kosmetikprodukte mit einer Art Bio-Siegel zu kennzeichnen?

Weiland-Groterjahn: Da gibt es mehrere Aspekte. In erster Linie ist es ein Qualitätsversprechen. Der Kunde kann durch ein Siegel echte Naturkosmetik und Pseudo-Naturkosmetik unterscheiden. Außerdem bedeutet das Siegel eine Einigung der Hersteller über das, was Naturkosmetik eigentlich ist. Es gibt ja diesbezüglich keine gesetzliche Regelung.

Welche Siegel gibt es zurzeit auf dem Markt, die NK zertifizieren und wie unterscheiden sich diese grundsätzlich?

Weiland-Groterjahn: Das zurzeit bekannteste ist wohl das BDIH-Siegel, auf das sich die größten deutschen Naturkosmetik-Hersteller unter dem Dach des Verbandes geeinigt haben. Dann gibt es das Demeter-Siegel, das den Schwerpunkt auf pflanzliche Rohstoffe aus kontrolliert biologischen Anbau legt. Und neben dem Reformhaus-exklusiven Neuform-Siegel gibt es noch verschiedene ausländische Zeichen, wie beispielsweise das französische Ecocert-Zeichen. Dies ist das Siegel einer Zertifizierungsstelle, die auch Bio-Lebensmittel kontrolliert und diese Richtlinien mehr oder weniger auf Kosmetik übertragen hat.

Also gilt für die Verbraucherin: Egal welches Siegel, Hauptsache überhaupt ein Siegel?

Weiland-Groterjahn: Ja, im Prinzip schon, wenn es sich wirklich um kontrollierte und zertifizierte Siegel handelt. Es gibt aber Bestrebungen, die Siegel in Europa zu harmonisieren und künftig nur ein verbindliches Siegel für Naturkosmetik zu haben.

Wie kann die Verbraucherin erkennen, dass es sich tatsächlich um ein Siegel handelt und nicht nur um ein „selbst entworfenes“ Zeichen des Herstellers?

Weiland-Groterjahn: Das ist genau der Punkt. Es gibt viele nachempfundene Zeichen auf Produkten, die mit Naturkosmetik nichts oder nur wenig zu tun haben. Für Kunden ist die Unterscheidung manchmal sehr schwer. Dabei hilft es nur, die Siegel zu kennen und zu wissen, wie sie aussehen.

Was haben Hersteller davon, ihre Produkte zertifizieren zu lassen?

Weiland-Groterjahn: Sie können so belegen, dass ihre Produkte echte Naturkosmetik sind. Das ist für die großen und bekannten Firmen im Markt inzwischen vielleicht nicht mehr so relevant, aber kleine oder neue Firmen sind oft auf die Siegel angewiesen, um ihre Qualitätsstandards zu beweisen.

Es werden nicht Hersteller, sondern nur Produkte zertifiziert. Warum ist das so?

Weiland-Groterjahn: Dadurch hat jeder Hersteller die Möglichkeit, auch einzelne Produkte anzubieten, die sich nach dem Stand der Technik noch nicht in naturkosmetischer Qualität realisieren lassen. Beim BDIH-Siegel ist es allerdings so, dass 60 Prozent des Sortiments einer Marke die Richtlinien erfüllen müssen, damit überhaupt das Siegel für ein Produkt vergeben werden kann.

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