Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 1/2008

<< Winter in seiner schönsten Form bedeutet malerische Landschaften in Eis und Schnee sowie kuschlige Stunden auf dem Sofa. Doch gerade diese reizvollen Gegensätze sind für Haut und Haar anstrengend. Sie leiden unten dem ständigen Wechsel von kalt zu warm, von feucht zu trocken. Haut und Haar verlieren schneller Feuchtigkeit, schuppen sich und im schlimmsten Fall beginnt die Haut zu jucken. „Deshalb ist es geschickter, nicht sofort zur Heizung oder zum Kamin zu rennen, sondern sich langsam aufzuwärmen“, rät Liane Jochum, Leiterin der Naturkosmetikfachschule Academia balance im hessischen Bad Endbach.

Das gelingt mit einer Tasse Tee oder Kleidung nach dem Zwiebelprinzip. Je nachdem wie warm oder kalt es ist, kann man Mantel, Weste, Strickjacke, Pullover oder Langarmshirt etappenweise schnell aus- und wieder anziehen.

Die Haut unter der Kleidung, vor allem aber im Gesicht, trocknet generell in der kalten Jahreszeit ohne ausreichend Fett von außen aus. „Selbst nasskaltes Winterwetter macht da kaum einen Unterschied“, sagt Liane Jochum. Im Extremfall könne ein Winterekzem entstehen. Das sind raue, trockene Hautstellen auf der Kopfhaut, an Kinn, Wangen oder Ellenbogen, die sich rötlich verfärben und leicht schuppig werden.

Tages- und Nachtpflege tauschen

Damit das nicht passiert hilft nur eins: cremen, cremen, cremen. Insbesondere Menschen mit trockener Haut leiden unter der Winterkälte. „Fettige Haut spürt den Jahreszeitenwechsel nicht so stark,“ sagt Liane Jochum. Aber sobald fettige Haut etwas spanne, brauche auch sie mehr Pflege.

Damit die Haut leichter durch den Winter kommt, gibt es einen einfachen Trick: die Nacht- und die Tagescreme tauschen. Für die Gesichtshaut und das Dekolleté ist die generell fettreichere Nachtcreme tagsüber genau richtig. In der Nacht reicht eine leichte Tagescreme. Liane Jochum hat einen weiteren Tipp: „Alle Hauttypen erhalten Frische und mehr Feuchtigkeit mit einem Aloe-vera-Gel unter der Tagespflege.“ Besonders dünne Hautpartien mit weniger Talgdrüsen – rund um die Augen, Lippen, Hände und Dekolleté, aber auch die Schienbeine – vertragen eine Extraportion pflegendes Pflanzenöl. Und eine Creme für die Augen stärkt die dünnere Haut besser als ein Gel.

Schützende Hülle fehlt

Wenn im Winter die Temperaturen sinken, reagiert die Haut, indem sie ihre Fettproduktion herunterfährt. Der natürliche, schützende Fettfilm wird aus Hunderten kleiner Talgdrüsen in der Haut gespeist. Wird es kälter, produzieren diese Drüsen immer weniger Hautfett. Bei extremer Kälte stellen die Talgdrüsen die Fettproduktion sogar komplett ein. Ein Hauptbestandteil des natürlichen Hautschutzmantels geht so verloren. Feuchtigkeit verdunstet schneller von der Hautoberfläche, die Haut trocknet aus.

Die geringe Luftfeuchtigkeit bei niedrigen Temperaturen und die staubtrockene Luft in überheizten Räumen begünstigen diesen Effekt. Die Haut wird weniger gut durchblutet, denn durch die kalte Luft ziehen sich die Blutgefäße zusammen. So verlangsamt sich die Erneuerung der obersten Hautschicht. Kleine Wunden, etwa feine Risse an den Fingernägeln, heilen dadurch langsamer.

  weiterblättern>