Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 1/2008

Umweltschutz in Tube und Tiegel

Bio-Anbau wird bei Herstellern von Naturkosmetik groß geschrie­ben. Allerdings stecken in ihren Produkten auch konventionelle Roh­stoffe. Dafür gibt es aber Gründe. // Von Stephanie Silber

Zutaten aus der Natur sind zurzeit auf dem Kosmetikmarkt heiß begehrt. Sie sind einerseits Markenzeichen echter Naturkosmetik – aber andererseits bedienen sich auch Unternehmen, die normale Kosmetik herstellen, gern aus dem Fundus von Wiesen, Wäldern und Feldern. Allerdings sind die von den meisten Herstellern konventioneller Kosmetik verwendeten Naturalien auch konventionellen Ursprungs – und nicht aus Bio-­Anbau. Das bedeutet, dass Teile der Chemie, die beim Anbau verwendet wird, in den Pflanzen stecken und damit auch auf der Haut landen können.

Hersteller von Naturkosmetik setzen da­gegen auf Bio-Anbau. „Nur so können wir sicher sein, reine Rohstoffe in ausgezeichneter Qualität zu be­kommen“, sagt beispielsweise Sabine Beer, Geschäftsführerin von Santaverde. Pesti­zide oder andere chemische Rück­stände seien in den Produkten nicht zu finden.

Nicht alle Zutaten sind bio

Doch selbst zertifizierte Naturkosmetik kann bisher nicht mit 100 Prozent bio dienen. So legen die verschiedenen Insti­tute, die Naturkosmetik kennzeichnen, unterschiedliche Werte für den Anteil der natürlichen Zutaten in Bio-Qualität fest. Bei Ecocert beispielsweise müssen es 50 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe sein. Der BDIH legt sich nicht auf konkrete Zahlen fest, sondern sagt lediglich, dass pflanzliche Rohstoffe „so weit wie möglich aus kontrolliert biologischem Anbau“ kommen sollen.

Warum sind nicht alle Zutaten konse­quent bio? Die Einschränkungen sind nötig, da es für die Natur­kosmetik­hersteller unmöglich ist, alle Rohstoffe im notwendigen Zeitrahmen in der benötigten Menge und der erforderlichen Qualität zu beschaffen. So gibt es manche Inhaltsstoffe überhaupt nicht in Bio-Qualität. Dazu gehören beispielsweise Fichtennadelöl oder Lotusblütenextrakt.

Und es gibt ein weiteres Problem: „Manchmal ist bio zwar verfügbar, aber die Beschaffenheit erfüllt unsere Anforderungen nicht“, erklärt Sonja Dambach von Weleda. In diesem Fall ziehe Weleda gute, konventionelle Ware schlechter Bio-Ware vor. „Konventionell heißt ja nicht per se schlecht“, so Dambach. Sie beziffert den durchschnittlichen Bio-Anteil in den Weleda-Produkten mit etwa 65 Prozent. „Diesen Anteil erhöhen wir kontinuierlich.“

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