Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 1/2008

<< Liebe per Internet

„Im ersten Telefonat hatte ich ein Gefühl, das ich vorher bei E-Mails nie hatte“, erzählt Martina. „Ich wusste gar nicht, was ich ihm sagen sollte. Er sprach so ganz anders, als ich mir vorgestellt hatte, verwendete viel flachere Formulierungen und hatte außerdem einen deutlich hörbaren Dialekt.“ Martina war verunsichert, doch sie brach den Kontakt nicht ab. „Wir konnten trotzdem so tiefe Gespräche führen. Ich hatte das Gefühl, dem kann ich alles erzählen. Und irgendwie habe ich mich dann an seine Sprechweise gewöhnt.“

Kann man sich auch im „echten“ Leben riechen?

Die Gefahr eines Realitätsschocks besteht natürlich auf beiden Seiten. Und so ist jeder Medienwechsel auch verbunden mit eigener Unsicherheit. Felix hat lange darüber nachgedacht, welches Foto er Martina schicken soll. „Ich wollte ihr unbedingt gefallen.“ Letztendlich hat er sich für eine Sammlung von zehn verschiedenen Bildern entschieden. Jedes Bild zeigte nur einen Teil seines Körpers. „Felix zum Selberbauen gewissermaßen“, lacht er.

Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt beim ersten „Real-Life“-Treffen. Hier macht sich bemerkbar, dass auch noch so viele Medien den persönlichen Kontakt nicht ersetzen können. Im Extremfall trifft man sich im Gefühl totaler Verliebtheit – und trennt sich in der Erkenntnis, absolut nichts miteinander anfangen zu können. Das innere Bild war zu weit von der Wirklichkeit entfernt, der Realitätsschock zu groß.

„Ich habe mich schon vorher gefragt, wie das sein wird, wenn er mich wirklich in den Arm nimmt“, erinnert sich Martina. „Ich bin ein Nasenmensch. Was, wenn ich Felix im wahrsten Sinne des Wortes nicht hätte riechen können?“

Doch sie konnte ihn riechen. Die beiden landeten nach einem Spaziergang in einer Gastwirtschaft und trennten sich erst wieder, als die Stühle hochgestellt wurden. „Eigentlich hatte ich mir meinen Traummann ganz anders vorgestellt.“ Martina lacht. „Aber mit Felix hat einfach alles andere gepasst. Und so habe ich mein Traumbild über Bord geschmissen.“

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