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Cosmia 1/2008
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Kräuter

Lust auf Kräuter

Schon Hermann Hesse entspannte bei der Gartenarbeit. Aber auch wenn Sie kein Kandidat für den Nobelpreis sind: Selbst Gesähtes wachsen zu sehen, macht einfach Freude. Kräuter eignen sich besonders gut für die Hobby-Gärtnerei, denn sie passen auch in die kleinste Ecke. // Von Janett Duhra

Man braucht nur etwas Erde, Samen und Geduld. Das Platzproblem ist eigentlich keines. Ob Balkon, Terrasse oder Garten – Kräuter gedeihen in Kästen, Töpfen, Kübeln oder freier Erde.

Es macht Spaß, die Samen beim Keimen und Wachsen zu beobachten. Die einjährigen Arten können ab März draußen direkt in den Boden gesät werden. Mehrjährige Kräuter werden in Pflanzschalen (Glas- oder Kunststoffbehälter) vorgezogen und dürfen zunächst einige Wochen in der Wohnung gedeihen. Wer den Frühling verpasst hat, kann sich notfalls vorgezogene Pflänzchen kaufen und diese dann zu Hause einsetzen. Allerdings sollte man sicher sein, dass sie nicht mit Chemie behandelt wurden.

Im Frühsommer geht es dann raus an die frische Luft. Das Grün bekommt mehr Platz und neue Erde. Die beste Erde gibt es bei den Kompostwerken. Es ist auch möglich, handelübliche Garten- und Blumenerde zu mischen und dieser dann etwas Kompost beizumengen.

Der Wildkräuterexperte Olaf Schnelle rät, die zarten Triebe in Gruppen mit den gleichen Wachstumsvorlieben zusammenzusetzen. Viele Küchenkräuter lieben es sonnig, trocken und warm. In der mediterranen Ecke könnten zum Beispiel Salbei, Rosmarin, Thymian, Oregano und vielleicht auch ein Lorbeerbäumchen stehen. Sie sind relativ anspruchslos, gedeihen auch in nährstoffarmer Erde und sind deshalb hervorragende Balkonpflanzen.

Platzsparende Schnecke

Doch auch wer weder Balkon noch Garten hat, muss nicht auf die Gärtnerei verzichten: All das duftende Grünzeug gedeiht auch in der Wohnung auf einer sehr sonnigen Fensterbank. Nicht so viel Sonne dagegen benötigen Kapuzinerkresse, Minze, Melisse, Dill, Petersilie und Bohnenkraut. Dafür wünschen sie sich nährstoffreiche, feuchte Erde. Das Basilikum – es gibt über 60 Sorten – ist das anspruchsvollste Kraut. „Es braucht von allem viel: Feuchtigkeit, viele Nährstoffe und vor allem viel Licht“, so Kräuterfachmann Schnelle.

Der Tipp für den kleinen Garten: eine Kräuterspirale. Sie schafft es, auf wenig Platz viele Kräuterarten unterzubringen. „Eine Kräuterspirale ist nicht nur dekorativ, sondern vor allem funktionell“, erklärt Olaf Schnelle. Die schneckenhausförmig angelegten Steine der Spirale dienen als Wärmespeicher. Im Boden dazwischen wachsen die Pflanzen: auf der Südseite die, die es warm mögen und auf der Nordseite die Kräuter, denen Schatten nichts ausmacht. Ganz oben darf es sich der Rosmarin bequem machen. „Allerdings sollte man den Durchmesser der Kräuterspirale beim Aufbau nicht zu groß wählen, sonst wird man später beim Gießen zum Bergsteiger“, rät Olaf Schnelle.

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