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Cosmia 1/2008
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Ingwer<< Exotische Zauberknolle

In der Küche

In den Kochtöpfen Chinas ist Ingwer bereits seit fast 5000 Jahren zu Hause – der weise Konfuzius soll ihn zu jeder Mahlzeit genossen haben. Die antiken Römer benutzten ihn als Gewürz, Nascherei und verdauungsfördernde Medizin bei ihren Festgelagen und zahlten bereitwillig für ihn Luxussteuer. Bei uns ist er seit dem 9. Jahrhundert bekannt und kam im Mittelalter sogar, wenn auch vergeblich, gegen die Pest zum Einsatz.

Die heilkundige Klosterfrau Hildegard von Bingen kannte ihn, stand jedoch seinen durchblutungsfördernden Eigenschaften, die ihm den Ruf eines Aphrodisiakums einbrachten, misstrauisch gegenüber. Trotzdem empfahl sie gegen Magenprobleme Törtchen aus Ingwerpulver, Bohnenmehl und dem Saft einer Ochsenzunge.

Dass das auch leckerer geht, beweisen die Einsatzmöglichkeiten von Ingwer in fast allen kulinarischen Bereichen, in denen ein Hauch fruchtig-frecher Schärfe gefragt ist. Der Exot liebt geräucherte Würste und Hühnerbouillon ebenso wie Schokolade, Lebkuchen und Milchreis, mit Bananen bildet er ein wahres Dreamteam, Kürbis führt er zu ungeahnten geschmacklichen Höhen, und in edlen Curry-Gewürzmischungen läuft er mit Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel und Co. zu spiciger Hochform auf. Damit ist Ingwer das wahre i-Tüpfelchen für viele Gerichte der asiatischen Küche.

Der reine Geschmack

Wer allerdings in den reinen Genuss des Heilpflanzen-Allrounders kommen will, der bereitet sich eine Kanne Ingwertee. Einfach ein fingerkuppengroßes Stück Ingwer in Scheiben schneiden, es mit einem Liter kochendem Wasser überbrühen und fünf Minuten ziehen lassen. Der hellgelbe Tee sieht zwar eher wässrig aus, entzündet im Innern aber ein Feuerwerk tropischer Hitze, die alle Lebensgeister weckt – und erteilt so eine kleine Lektion in Sachen Unscheinbarkeit.

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