Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 1/2008

<< Anti-Aging-Pflege, was kann sie wirklich?

Aber nicht für alle Frauen ist eine faltenfreie Haut das Nonplusultra. Die zweifache Oscargewinnerin Jane Fonda (70) beispielsweise steht zu ihrem Alter und ihren gepflegten Falten. Seit Jahren schon spricht sich die Schauspielerin gegen Schönheitschirurgie und Entenlippen aus. Ein großer Kosmetikkonzern fand Fonda „trotz“ ihres Alters offensichtlich attraktiv genug, um mit ihr als Model eine Werbekampagne für Anti-Aging-Produkte zu besetzen. Ein ungewöhnlicher Schritt. Gerade Hersteller konventioneller Kosmetik wecken mit ihren Werbebotschaften oft irreale Hoffnungen bei den Konsumentinnen. So wird „neue Haut in einer Stunde“ versprochen, eine „Faltenreduktion von bis zu 60 Prozent“, oder dass Falten „wie weggewischt“ sind.

„Ich werde jetzt kein Lifting mehr machen, das hätte ich vor zehn Jahren machen können, aber jetzt werde ich mich mit dem durchschlagen, was ich habe.“
Schauspielerin Jane Birkin (61)

Ist es wirklich so herrlich einfach: Die Wahl der richtigen Pflege und die Falten sind weg? Die meisten Frauen wissen eigentlich, dass es reines Wunschdenken ist – dem sie dennoch gerne verfallen. In Tests wurde herausgefunden, dass der psychologische Effekt eine entscheidende Rolle spielt: Frauen, die eine Anti-Aging-Pflege benutzten, fühlten sich tatsächlich auch jünger. Fakt ist aber: Falten lassen sich nicht weg cremen.

Was allerdings richtig ist: Die meisten Anti-Aging-Produkte, egal ob naturkosmetisch oder konventionell, sind speziell auf die Bedürfnisse reifer Haut zugeschnitten. Sie wollen die mit zunehmendem Alter nachlassenden biologischen Funktionen ausgleichen, indem sie der Haut viel Feuchtigkeit und Fett zuführen. Mit Vitaminen, Fruchtsäuren, Phytohormonen und sekundären Pflanzenstoffen soll Anti-Aging-Kosmetik die Hautzellen schützen, stärken oder die nachlassende Zellteilung wieder anregen.

Wird sie regelmäßig angewendet, läßt sie die Haut praller und gepflegt aussehen, Fältchen werden aufgepolstert – Gesicht und Dekollete wirken tatsächlich leicht verjüngt. Jedenfalls solange die Produkte angewendet werden, denn von Dauer ist die Wirkung nicht.

Der große Unterschied

Während allerdings konventionelle Anti-Aging-Produkte auf geheimnisvolle Wunderformeln und medizinisch anmutende Wirkstoffe setzen, sind Biofirmen mit überzogenen Werbeaussagen zurückhaltend und entscheiden sich ausschließlich für natürliche Wirksubstanzen. Deren Namen klingen ausgefallen: Weißer Tee, Kakadupflaumenextrakt, Lederholzhonig, Konjakwurzel, Fackelliliennektar, Lotusblüten, Tigergras… Kosmetikscouts suchen in der ganzen Welt nach neuen Rohstoffen. Ob sie vielversprechend sind, stellt sich in Laboranalysen heraus. Begehrt sind vor allem Substanzen, die besonders vitaminreich sind oder viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Neben neuen, exotischen Inhaltsstoffen verwenden Naturkosmetikunternehmen auch altbewährte Haut­­pflegesubstanzen wie die Feuchtigkeitsspender Aloe Vera, Glyzerin, Ceramide, Weizenproteine oder Hyaluronsäure, deren Wirksamkeit wissenschaftlich unbestritten ist. Für Zellschutz und -regeneration sind hochwertige Pflanzenöle, -wachse und -fette zuständig. Dabei gilt: Alle Substanzen müssen aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden.

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