<< Anti-Aging-Pflege, was kann sie wirklich?
Blumige Werbeversprechen
Naturkosmetik ist Trend, die Nachfrage steigt ständig. Das hat auch die konventionelle Kosmetikbranche gemerkt. Sie lobt daher auf ihren Anti-Aging-Produkten zunehmend natürliche Inhaltsstoffe als Wunderwaffen gegen das Altern aus. Doch mit dem grünen Blatt auf der Verpackung oder der Nennung eines Pflanzenextrakts hört die Natürlichkeit meist schon auf. Häufig sind die Pflanzenstoffe den Produkten in verschwindend geringen Mengen zugesetzt, so dass sich ihre Wirkung auf blumige Werbeaussagen beschränkt.
Kritische Zutaten in teuren Cremes
Außerdem sind in vielen teuren Luxus-Cremes mit grünem Image Inhaltsstoffe zu finden, die zwar gesetzlich erlaubt, aber durchaus umstritten sind. Zu den fragwürdigen Substanzen zählen beispielsweise das Konservierungsmittel Formaldehyd oder Formaldehydabspalter. Diese Stoffe werden von kritischen Verbrauchermagazinen als krebsverdächtig eingestuft, sie können schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen.
In vielen Cremes und Tuben steckt auch eine andere Gruppe Konservierungsmittel: Halogenorganische Verbindungen. Etliche von ihnen können ebenfalls Allergien auslösen. Doch die Liste bedenklicher Zutaten ist leider noch länger: PEGs und PEG-Derivate sorgen beispielsweise als Emulgatoren für eine gleichmäßige Konsistenz der Creme – sie können die Haut aber auch durchlässiger für andere Schadstoffe machen.
Ärgerlich sind außerdem Produkte, die statt teurer Wirkstoffe viel Wasser enthalten oder in der Fettphase statt hochwertiger natürlicher Pflanzenöle die wesentlich billigeren Paraffine oder Silikone aus der Erdölindustrie. Anders kontrollierte Naturkosmetik: Sie spielt in Anti-Aging-Pflege all ihre Trümpfe aus. An sündhaft teuren Rohstoffen wird dabei nicht gespart.
Teure Rohstoffe
In naturkosmetischen Anti-Aging-Produkten stecken oft besonders hochwertige Zutaten. Die sind teuer, aus Bioanbau erst recht. So kostet beispielsweise ein Kilo Bio-Amaranthöl um 100 Euro, ein Kilo Tigergrasextrakt um 2800 Euro. Auch eine natürliche Parfümierung ist sehr teuer. Für ätherisches Rosenöl zahlen die Unternehmen um 4500 Euro für ein Kilo. Dafür werden vier Tonnen Blüten von Hand gepflückt.
Zum Vergleich: Ein synthetisches Parfümöl mit Rosenduft gibt es schon für 10 Euro das Kilo. Jojobaöl aus Bioanbau kostet 40 Prozent mehr als die konventionelle Qualität. Bei Aloe-Vera-Saft ist es ähnlich. Für ein Kilo des Saftes von der Wüstenlilie in Bioqualität müssen Hersteller etwa doppelt soviel bezahlen wie für die konventionelle Alternative. Ximenia Öl aus Afrika kostet 60 Euro pro Kilo. Diese Öle werden in Anti-Aging-Produkten in hohen Mengen einer Emulsion zugegeben. Für wenig Geld zu haben sind dagegen Erdölprodukte wie Silikone und Paraffine. In Naturkosmetik sind diese Zutaten tabu.
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