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Cosmia 1/2008
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„Reiz-Stoffe“ enttarnen

Um sich aber durch den Dschungel der Deklarationen zu schlagen, muss man lernen, worauf man achten sollte. Allergiker wissen in der Regel, was ihnen nicht gut tut. Darüber hinaus haben viele bedenkliche Inhaltsstoffe immer wieder ihren Auftritt in Shampoo, Seife und Creme und können mit etwas Übung enttarnt werden. Sodium-Lauryl-Sulfat (auch Natrium-Lauryl-Sulfat oder SLS) beispielsweise ist eine oft verwendete Zutat in vielen konventionellen Produkten. SLS ist ein Tensid, eine waschaktive Substanz, die dafür sorgt, dass es sauber wird – egal ob Haare, Waschbecken oder Pullover. Tenside sind nicht per se bedenklich, es gibt sie auch als natürliche Variante aus Glukose oder Stärke.

SLS gilt als hautreizend und austrocknend und gehört daher weder in ein Shampoo noch in ein Duschgel. Ob es auch krebserregend ist, ist umstritten. Zu dieser Annahme kam es wahrscheinlich, weil aus SLS durch ein hartes chemisches Verfahren auch ein anderer Stoff hergestellt wird: Sodium-Laureth-Sulfat, ebenfalls ein Tensid. Dabei kommt Ethylenoxid zum Einsatz, ein extrem giftiges Gas, das über die Haut aufgenommen wird und ein hohes krebserregendes Potenzial hat. Da möchte man nicht derjenige sein, der in der Produktion des Stoffes beschäftigt ist. Dass allerdings Reste dieses Gases noch in Kosmetika zu finden sind, gilt als unwahrscheinlich. Fast alle Naturkosmetikhersteller verzichten auf diese Stoffe.

Die Liste der umstrittenen Zutaten in Kosmetika ist lang. Um sicher zu sein, dass das Lieblingsduschgel unbedenklich ist, hilft nur, die einzelnen Inhaltsstoffe unter die Lupe zu nehmen. Detaillierte Informationen darüber gibt es in verschiedenen Büchern (siehe Kasten).

Der pure Verzicht

Naturkosmetik hat einen weiteren, klaren Vorteil: weniger ist mehr. Den mehr als 6300 Inhaltsstoffen stehen lediglich 690 gegenüber, die der BDIH (Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für [...] Körperpflegemittel) auf seiner Positivliste führt und für die Produktion zulässt. Viele davon werden seit Jahrzehnten in der Pflanzenheilkunde verwendet und sind außerdem gut untersucht.

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich dennoch, da bei einigen Biofirmen auch umstrittene Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen – doch das ist die absolute Ausnahme. Außerdem tragen diese Produkte dann nicht das Siegel des BDIH.

So erklärt Sabine Kästner von der Firma Laverana den Einsatz des ebenfalls umstrittenen Tensids Ammonium-Lauryl-Sulfat in einem bestimmten Shampoo beispielsweise so: „Wir stellen die Wirksamkeit an oberste Stelle und gehen hier einen Kompromiss ein. Das Shampoo ist sehr beliebt, also lassen wir den Verbraucher entscheiden.“ Klar ist, dass es für fast alle kritischen Stoffe eine natürliche Alternative gibt.Der Verbraucher hat tatsächlich die Wahl: Vertrauen in die Chemie oder im Zweifel gegen die Angeklagten?

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