<< Natürliche Haarpflege
„Wie Plastikfolie über der Haut“
Susanne Kehrbusch (46), Buchautorin und ganzheitlich-biologische Friseurmeisterin aus Kevelaer, über Haarpflege.
Frau Kehrbusch, was hat es mit den Silikonen in vielen Shampoos auf sich?
Silikone, wie beispielsweise Dimethiconol, versiegeln die Oberfläche von Haaren und der Kopfhaut. Das Problem hierbei ist, dass so kaum ein Austausch von Nährstoffen stattfinden kann. Dies ist in etwa so, als wenn ich meine Haut in Plastikfolie wickele.
100 Bürstenstriche am Tag – gilt das immer noch?
Ja, was schon unsere Großmütter kannten, ist heute immer noch aktuell. Der Trick dabei ist, dass man den Talg der Kopfhaut in die Haarspitzen bürstet. Wenn man dies fünf bis zehn Minuten lang schafft, glättet dies die Oberflächenstruktur. Es gibt im Grunde nichts, was die Oberflächenstruktur besser repariert, als dieses Eigenfett (Hydro-Lipid-Film). Sehr gut eignet sich beispielsweise eine Bürste mit Wildschweinborsten, die dem menschlichen Haar sehr ähnlich sind. Sie sind besonders aufnahmefähig und befreien das Haar von Schmutz, Fett, Abgasen und Staub. Plus: Bürstenstriche durchbluten die Kopfhaut, es kommen viel mehr Nährstoffe in die Haare.
Was passiert, wenn ich von konventionellen auf Bioshampoos umstelle?
Generell: Haaroberflächen werden durch Färbungen zerstört. Wenn nun Silikone abgesetzt werden, kommt nach etwa vier bis acht Wochen der zerstörte Ist-Zustand zum Vorschein. So lange braucht das Silikon, um sich abzubauen. Die Chemie verdeckt also nur, und ich bekomme gezeigt, wie schlecht meine Haare wirklich sind. Hier helfen beispielsweise natürliche Weizen- oder Haferproteine und milde Zuckertenside, um wieder schönes Haar zu bekommen.
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