Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 1/2008

<< Wala: Der Parfümeur des Hauses

Die Idee soll bewahrt werden

Doch bei all dem Ruhm und Rummel bleiben die Mitarbeiter in dem kleinen schwäbischen Dorf auf dem Teppich. „Es ist ein schönes Gefühl, gemeinsam für eine gute Sache zu arbeiten“, sagt beispielsweise Marijke Vermeulen, Leiterin des Veranstaltungsmanagements und seit 19 Jahren bei Wala. Mit „guter Sache“ meint sie unter anderem auch, dass die 100-prozentige Gesellschafterin des Gesamtunternehmens eine Stiftung ist. Das bedeutet, dass das Hauptziel von Wala nicht in der Gewinnmaximierung liegt, sondern darin, die Idee des Unternehmens zu bewahren. Gewinne werden also wieder investiert und an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Ein weiteres „Bonbon“: Die Stiftungssatzung verbietet den Verkauf des Unternehmens. Auch das freut die Mitarbeiter. So kann „ihre“ Firma nicht einfach von einer größeren geschluckt werden.

Auch Jörg Zimmermann trägt auf seine Weise zum guten Betriebsklima bei: Die Testpersonen für seine neuen Parfüm-Kreationen sind in erster Linie seine Kollegen. Und mit einem feinen Duft in der Nase geht ihnen die Arbeit gleich viel leichter von der Hand.

Steckbrief

Name: Wala Heilmittel GmbH
Gegründet: 1935 von Dr. Rudolf Hauschka zur Herstellung von Arzneimitteln. Kosmetikproduktion seit 1967.
Firmensitz: Bad Boll/Eckwälden in der Nähe von Stuttgart. Dort arbeiten etwa 700 Menschen.
Umsatz: 96 Millionen Euro, dreiviertel davon Kosmetik. Der Umsatz hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt.
Philosophie: 1924 traf Rudolf Hauschka den Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, bei einer Tagung. Durch dessen Satz „Rhythmus trägt Leben“ und die Anthroposophie an sich wurde Hauschka inspiriert. Der Name Wala bedeutet Wärme-Asche, Licht-Asche.
Zur Konzeption der Kosmetik trug maßgeblich die Kosmetologin Elisabeth Sigmund aus Stockholm bei. Sie hatte in ihrem Studio eine Pflege erdacht, die auf Heilpflanzen setzte und die Eigenaktivität der Haut unterstützen sollte. Rudolf Hauschka hatte 1962 davon erfahren und sie daraufhin nach Eckwälden eingeladen.

  weiterblättern>