Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 5/2008

<< Funkeln im Garten

Eine uralte Tradition

Bunte Lampions, die in der sachten Sommernachtsbrise schaukeln, bringen einen zusätzlichen Eindruck von Leichtigkeit und knüpfen gleichzeitig an uralte Traditionen an. In China verkündeten vor mehr als 2000 Jahren Seiden-Lampions vor den Türen der Häuser den sozialen Status und familiäre Ereignisse ihrer Besitzer: In Rot berichteten sie von Geburten oder Heiraten, blaue Seide erzählte von Krankheit in der Familie, weiße Farbe schließlich von einem Todesfall.

Eine Renaissance erleben zurzeit Kongming-Lampions, die man als so genannte Wunschlaternen wie kleine Heißluftballons aufsteigen lassen kann. Die darauf geschriebenen Wünsche werden so zum Himmel getragen. Wenn ein Flugplatz in der Nähe ist, sollten Sie allerdings eine Genehmigung einholen. Wer nicht selbst basteln mag: Die Lichter, auch Himmelslaternen genannt, können per Internet bestellt werden. Sie sind etwas ganz Besonderes für schöne Anlässe wie Hochzeiten oder Geburtstage.

Der Sage nach wurden die Wunschlaternen um 200 nach Christus vom chinesischen Militärstrategen Kongming erfunden, um über feindliche Linien hinweg Informationen übermitteln zu können. Übrigens: Fast zur gleichen Zeit ist vom römischen Kaiser Marc Aurel der Satz überliefert: „Blicke oft zu den Sternen empor – als wandelst du mit ihnen. Solche Gedanken reinigen die Seele von dem Schmutz des Erdenlebens.“ Das lassen wir uns gerade in lauen Sommernächten nicht zweimal sagen.

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