Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 5/2008
Schönheit & Pflege
Schönheit & Pflege
Leben & Genießen
Babypause

Die Hürde danach

Nach einem halben Jahr Elternzeit zurück an den Arbeitsplatz oder nach einem Jahrzehnt Auszeit neu ins Berufsleben starten – irgendwann stehen Mütter vor der Frage des beruflichen Wiedereinstiegs. Dabei bewegen Kurz- und Langzeitaussteigerinnen ganz unterschiedliche Fragen. // Von Astrid Wahrenberg

Für Mira Rüwalt (34) stand schon während der Schwangerschaft fest, dass sie bald nach der Entbindung wieder arbeiten wird. „Ich liebe meine Arbeit und wollte nicht so lange aussetzen“, sagt die Grafik-Designerin. Als Freiberuflerin hätte sie bei einer längeren Pause außerdem ihre Auftraggeber verloren. Für zwei Monate meldete sich Mira bei ihren Kunden ab, danach arbeitete sie stundenweise. Ihr Mann Sebastian und die Schwiegereltern betreuten in dieser Zeit Sohn Lukas. Mit 18 Monaten kam er dann in die Krabbelstube und seither arbeitet Mira drei ganze Tage in der Woche und fühlt sich dabei „total wohl“.

So reibungslos klappt der Wiedereinstieg nach der Geburt des ersten Kindes allerdings nur selten. „Wenn das Baby auf der Welt ist, schnappt häufig die emotionale Falle zu“, beobachtet die Diplom-Psychologin Kathrin Dewender, die in ihrem Dortmunder Beratungsunternehmen „a tempo beratung & coaching“ Wiedereinsteiger psychologisch begleitet.

Was will ich wirklich?

Das Dilemma erklärt Dewender so: „Auch wenn man vor der Geburt noch ganz fest davon überzeugt war, dass man bald wieder in den Beruf zurückkehrt, sieht die Welt auf einmal ganz anders aus, wenn das Kind da ist.“ Frauen seien noch immer stark vom alten Rollenbild geprägt – trotz des gesellschaftlichen Wandels. „Sie fragen sich: Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich mein Kind in fremde Hände gebe?“, sagt Dewender.

Zu ihr kommen oft Frauen, die mit diesem inneren Zwiespalt den Schritt zurück ins Berufsleben gewagt haben und nach kurzer Zeit – wenn die ersten Probleme auftauchen – überlegen, den Job wieder aufzugeben. In Gesprächen erarbeitet die Psychologin mit ihren Klienten daher zuerst eine Antwort auf die zentrale Frage „Was will ich wirklich?“. Dabei gebe es keine falschen Lösungen. „Das Wichtigste ist, dass die Frauen das tun, was sie von Herzen wollen.“

  weiterblättern>