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Cosmia 5/2008
Schönheit & Pflege
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Beeren

Süße Früchtchen

Sommerzeit ist Beerenzeit – und damit die beste Gelegenheit, sich mit den vitalstoffreichen Früchtchen direkt vom Feld oder aus dem Garten einzudecken. Sonst kennen wir sie ja nur aus Marmeladengläsern oder Tiefkühltruhen. // Von Sabine Kumm

Die Erdbeere, das Lieblings-Beerenobst der Deutschen, führt die große Sommerparade an. Schon in der Steinzeit wurden die kleinen wilden Walderdbeeren als erstes heimisches Obst im Jahr gesammelt. Heute feiert die mittlerweile kultivierte „Königin“ der Beeren ihren großen Auftritt mit deutlich üppigeren Früchten, die erst im 18. Jahrhundert durch die Kreuzung überseeischer Arten entstanden. Die kalorienarme Erdbeere bietet Rundum-Genuss als Frühjahrskur: Sie glänzt nicht nur mit ihrem unwiderstehlichen Duft und Geschmack, sondern auch mit einem hohen Gehalt an entschlackenden Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen.

Süße Lieferantin für Magnesium

Auch die Himbeere kann weitaus mehr, als sich heiß an sahniges Vanilleeis zu schmiegen. Sie wurde schon in antiken Zeiten als Heil- und Stärkungsmittel eingesetzt und in mittelalterlichen Klöstern zu medizinischen Zwecken gezogen. Die zarte, druckempfindliche Frucht, die Konfitüren und Säften ein edles Aroma verleiht, enthält neben Kalium und Kalzium sowie zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen auch einen hohen Prozentsatz an Magnesium, das die Nerven- und Muskelfunktion reguliert. Mit der Erdbeere gemein hat sie den außergewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt und das Polyphenol Ellagsäure. Diese wirkt gegen Entzündungen und soll nach neuesten Untersuchungen das Wachstum von Krebstumoren hemmen. In unseren Gärten startete die Himbeere erst im 19. Jahrhundert so richtig durch und war lange Zeit nicht nur als rote, sondern auch als schwarze, gelbe und violette Frucht vertreten.

Die Johannisbeere tauchte im 16. Jahrhundert, ebenfalls in weißer, roter und schwarzer Form, in den Klostergärten auf. Ihr säuerlicher Saft wurde bei Fieber verabreicht und wirkte appetitanregend, harntreibend und verdauungsfördernd. Auch wenn ihr Geruch und Geschmack nicht von jedem geschätzt wird, gilt die Schwarze Johannisbeere dabei als besonders gesund – sie soll das Immunsystem stärken, den Blutdruck regulieren und den Cholesterinspiegel senken. Kleiner Trost: Auf dem Umweg über den französischen „Crème de Cassis“ erhält auch sie ihre königlichen Weihen, im berühmten Cocktail „Kir Royal“.

Erste Hilfe bei Ehekrach

Die wilde Brombeere ließ sich erst spät zähmen. Besonders die Amerikaner haben sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts um die Züchtung stachelloser Sorten verdient gemacht – ob die Brombeere mit unbewehrten Ranken allerdings ihre alte Magie bewahrt hat, ist fraglich. Im Volksglauben sollte sie nämlich in vielerlei Formen gegen bösen Zauber schützen – das ging so weit, dass zerstrittene Eheleute im Mittelalter unter umgebogenen Brombeerranken hindurch kriechen mussten, um ihre „angehexte“ Zwietracht loszuwerden. Dabei ist schon der volle, aromatische Geschmack der reifen Beeren zauberhaft genug – neben Vitaminen und Mineralstoffen beherbergen die schwarzen Früchte, die zu den ältesten Heilpflanzen zählen, einen hohen Anteil an Pflanzenfarbstoffen. Diesen Flavonoiden und Anthozyaninen wird ein blutgefäßreinigender, entzündungshemmender und krebsvorbeugender Effekt nachgesagt.

Auch in Heidelbeeren, mit deren Fruchtfleisch in früheren Jahrhunderten sogar Stoffe und Garne gefärbt wurden, sind sie enthalten. Der Verzehr der dunkelblauen Früchte soll nicht nur vor vorzeitiger Zellalterung und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems schützen, sondern auch adstringierend und antibakteriell wirken. Dass er außerdem schlicht ein Genuss ist, weiß jeder, der schon einmal ein Gläschen Heidelbeerwein oder einen Blaubeer-Muffin probiert hat.

Ob schwarz, blau, rot oder weiß – wer kann, sollte die Kronjuwelen des Sommers nicht im Schälchen kaufen oder in der Truhe suchen, sondern selbst pflücken gehen. Und sei es nur, um das Gegenteil von Tiefkühlkost zu erleben: eine sonnenwarme Beere, die direkt vom Strauch in den Mund wandert.

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