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Hautkrebs als Urlaubssouvenir
Tatsächlich ist die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Jährlich gibt es etwa 130 000 Neuerkrankungen. Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. „Diese Entwicklung ist freizeitbedingt und klar auf die UV-Strahlung zurück zu führen“, sagt Dr. Beate Volkmer. Die Biologin ist Leiterin des Hautkrebsforschungslabors des Dermatologischen Zentrums Buxtehude. Die Anfänge dieses traurigen Trends liegen in den 50er- und 60er-Jahren, als die Menschen entdeckten, dass es Spaß macht, die Ferien in Südeuropa zu verbringen. „Krebs braucht eine Weile, daher erreichen uns erst heute die Konsequenzen der damaligen Urlaubswelle“, erklärt Beate Volkmer.
Regel Nr. 1: Viel hilft viel
Da Vernunft aber nicht immer unsere Stärke ist und Sonne einen unwiderstehlichen Reiz auf uns ausübt, ist Schutz vor UV-Strahlen das A und O. „Ideal ist textiler Sonnenschutz“, sagt Beate Volkmer und empfiehlt Kleidung mit integriertem UV-Schutz. „Leider sind diese Sachen sehr teuer, daher tut es auch ein normales Baumwoll-Shirt.“
Da es jedoch nahezu unmöglich ist, UV-Strahlung komplett aus dem Weg zu gehen, ist kosmetischer Sonnenschutz ein Muss – egal ob als Spray, Milch oder Lotion. Beim Eincremen ist eine Regel absolut wichtig: Viel hilft viel. In einer Studie wurde festgestellt, dass Sonnenschutzmittel zu wenig, zu dünn und nicht an allen nötigen Körperstellen aufgetragen werden und sich die Krebsgefahr dadurch erhöht. Der auf Flaschen und Tuben angegebene Lichtschutzfaktor (LSF) gilt nur, wenn man sich sehr großzügig eincremt. Zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut sollen es sein. Also etwa drei Esslöffel pro Anwendung bei einem Erwachsenen. Um auf Nummer sicher zu gehen, solle man laut Beate Volkmer jedoch nur 60 Prozent des angegebenen Lichtschutzfaktors ausreizen. „Außerdem verlängert Nachcremen nicht die Schutzzeit.“
Unterschiedliche UV-Filter
Sonnenschutzmittel müssen UVA- und B-Strahlen filtern. Die EU-Kommission hat in einer neuen Empfehlung dem UVA-Faktor einen höheren Stellenwert als bisher zugesprochen. Danach soll der UVA-Schutz ein Drittel des Lichtschutzfaktors ausmachen. Was bleibt, ist die Frage nach der Art des UV-Filters. Es gibt chemische oder mineralische. Erstere wirken durch Reaktionen auf und mit der Haut. Sie sind vor einigen Jahren in Verruf geraten, als Wissenschaftler der Universität Zürich eine östrogene Wirkung in Zellkulturen nachgewiesen hatten. Die chemische Struktur der UV-Filter soll natürlichen Sexualhormonen ähnlich sein und die Fortpflanzung bei Mensch und Tier negativ beeinflussen. Östrogene können außerdem das Wachstum von Krebszellen beschleunigen. Unklar ist auch, wie sich der chemische Cocktail in Gewässern verhält und welche Auswirkungen er auf Frosch, Fisch und Co. hat.
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