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Schutz durch kleinste Teilchen
Naturkosmetischer Sonnenschutz verzichtet auf chemische UV-Filter und setzt stattdessen auf mineralische: Titandioxid und Zinkoxid in Form winziger Pigmente. Diese so genannten Nanopartikel (siehe Kasten) liegen wie ein unsichtbarer Film auf der Haut, reflektieren die Strahlen und machen sie so unschädlich. Natürlicher Sonnenschutz hatte lange Zeit ein Imageproblem, da er wegen dieser Pigmente einen feinen, weißen Film auf der Haut hinterließ. Zwar haben immer noch einige wenige Produkte mit diesem unerwünschten Nebeneffekt zu kämpfen, aber die meisten Präparate (beispielsweise Dr.Hauschka Sonnencreme LSF 20, Lavera Sun-Spray Hawaii LSF 20, Santaverde Sonnenschutzemulsion LSF 18) hinterlassen nur gut geschützte Haut. Das Angebot ist groß. Es gibt Pumpsprays, Anti-Aging-Sonnencremes, Produkte für allergische Haut, mit integriertem Insektenschutz, wasserfest, Serien für Babys und Kinder und noch vieles mehr. Ein weiteres Plus für Bioprodukte: Duft- oder Konservierungsstoffe sowie Emulgatoren aus Polyethylenglykolen (PEG) sind tabu. Letztere können die so genannte Mallorca-Akne auslösen oder zu anderen Hautirritationen sowie Allergien führen.
Doch es gibt schlechte Nachrichten. Naturkosmetikhersteller haben Probleme, die Empfehlungen der EU in Bezug auf den UVA-Schutz umzusetzen. Möglicherweise werden im kommenden Jahr einige naturkosmetische Produkte vom Markt verschwunden sein. Lavera ist zurzeit die einzige Marke, deren Produkte nach eigenen Aussagen den empfohlenen Faktor aufweisen.
Da bleibt nur der Wunsch an Helios, den griechischen Sonnengott, dass auch andere Hersteller bald Wege finden. Die Aussicht, kaum noch Alternativen zu synthetischen UV-Filtern zu haben – wenn man nicht nur zuhause bleiben möchte – stimmt nicht fröhlich. Trotz der Glückshormone eines Sonnentages.
Alles nano ?
In fast allen naturkosmetischen Sonnenschutzmitteln sind Titandioxid und Zinkoxid mineralische UV-Filter in Form von winzigen Pigmenten, so genannter Nanoteilchen. Diese sind in jüngster Zeit immer wieder ins Gerede gekommen, da ihre Risiken bisher wenig erforscht sind. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte im Mai dieses Jahres eine Zulassungspflicht für Nanomaterialien. Das britische Zertifizierungsinstitut Soil Association hat sogar Nanopartikel in Kosmetika verboten.
In Tierversuchen hat Titandioxid Krebs erregt, allerdings mussten Ratten Kleinstteilchen des Stoffes einatmen. Die Frage bei Kosmetik ist aber, ob und mit welchen Auswirkungen die Teilchen durch die Haut in den Organismus gelangen. Das wurde in einer Studie von Wissenschaftlern des EU-Projektes Nanoderm verneint. Jedenfalls wenn es um gesunde Haut geht.
Übrigens: Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter und von Nanoteilchen spricht man, wenn die Partikel kleiner als 100 Nanometer sind.
Erste Hilfe bei Sonnenbrand
Auch wenn man sich artig an alle Tipps hält (im Schatten bleiben, in die Sonne nur mit Hut und Kleidung, reichlich Sonnencreme), irgendwann passiert es trotzdem: Sonnenbrand. Die schlechte Nachricht ist: Man muss ihn aussitzen, bis sich die Haut erholt hat. Die gute: Es gibt ein paar Mittelchen, die den Schmerz lindern.
After-Sun-Produkte können der Haut helfen, sich etwas schneller zu erholen. In naturkosmetischer Pflege sind beispielsweise Aloe-Vera-Saft oder Sanddornöl (Santaverde, Lavera) enthalten. Aber auch Ringelblume und Wundklee (Dr.Hauschka) oder Pathenol (Annemarie Börlind) unterstützen die Regeneration.
Außerdem sollte die Haut gekühlt werden. Legen Sie ein feuchtes Handtuch für 15 Minuten in das Gefrierfach und anschließend auf die betroffenen Stellen. Auch Gurkenscheiben können eine Wohltat für die gestresste Haut sein. Eine Mischung aus dem Saft einer frischen Zitrone, Honig und etwas Olivenöl verschafft ebenfalls Linderung und unterstützt den Heilungsprozess. Besonders pflegend ist Aloe-Vera-Gel.
Immer wieder werden Quark oder Joghurt als Hausmittel gegen Sonnenbrand empfohlen. Doch Dr. Beatrix Grohn von der Präventionskampagne „2m² Haut“ warnt davor. „Die darin vorhandenen Keime können eine Entzündung noch verstärken und sogar allergische Reaktionen hervorrufen.“
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