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Kaum staatliche Forschung
Betreiben Sie hauseigene Forschung und wenn ja, wie sieht diese aus?
Dr.Hauschka: Die Bedürfnisse der Konsumenten wie auch die Bedürfnisse der Haut haben sich verändert. Diese veränderten Bedürfnisse fließen bei uns in die Forschung und Entwicklung mit ein.
Logona: Zum Aufgabengebiet der Forschungs- und Entwicklungsabteilung gehört selbstverständlich neben der Entwicklung von Rezepturen auch der Bereich Forschung. Eines der wichtigsten Projekte war die Entwicklung der Color Cremes. Dieses Projekt lief über einen Entwicklungszeitraum von mehr als sechs Jahren bei Kosten von 1,3 Millionen Euro. Die Weiterentwicklung der Color Cremes gehört zu den wichtigen Aufgaben des Forschungsteams.
Lavera: Ja, betreiben wir. Wir entwickeln neue Produkte und Formulierungen, suchen nach besonderen Düften und innovativen, wirksamen Rohstoffen. Allerdings umfasst die Forschung neben Erkenntnissen über Inhaltsstoffe auch den Ausbau des Maschinenparks. Wir überlegen, wie sich Prozesse in der Naturkosmetik am besten umsetzen lassen.
Generell sind wir in diesem Bereich wegen des Rezepturgeheimnisses weniger offen. Wir arbeiten mit den Forschungsabteilungen unserer Zuliefererfirmen zusammen, hier herrscht kontrollierbare Verschwiegenheitspflicht.
Weleda: Im Bereich Forschung und Entwicklung führt Weleda insbesondere Studien zur Verträglichkeit von Duftstoffen durch. Darüber hinaus engagieren wir uns in der analytischen Methodenentwicklung, um die Qualität unserer Rohstoffe und somit auch der Endprodukte zu garantieren.
Börlind/Tautropfen: Ja, betreiben wir. Dabei handelt es sich um praxisbezogene Forschung mit dem Ziel, bestehende Produkte zu verbessern und aktuelle Ergebnisse aus der Grundlagenforschung für die Kosmetik nutzbar zu machen. Dazu verfolgen wir wissenschaftliche Literatur auf dem Gebiet der Dermatologie, aber auch Veröffentlichungen über neue Inhaltsstoffe von Pflanzen. Wichtig ist uns dabei, innovative Wirkstoffe zu erkennen und zu prüfen. Kommt ein viel versprechender Wirkstoff durch unser Screening, wird er in ein passendes Produktentwicklungsprojekt aufgenommen.
Konnten Sie sich auf wissenschaftliche Vorarbeiten stützen, als Sie mit Naturkosmetik anfingen?
Dr.Hauschka: Die Entwicklung unserer Naturkosmetik geht auf Dr. Rudolf Hauschka, Gründer der Wala, und die Kosmetologin Elisabeth Sigmund zurück. Rudolf Hauschka hatte die Vorstellung einer Kosmetik, die das Arzneimittel-Sortiment der Wala ergänzen sollte. Die Kosmetikerin Elisabeth Sigmund hatte ganz auf die Kraft der Natursubstanzen, besonders der Heilpflanzen, gesetzt. Grundlage für die Entwicklung unserer Kosmetik war unser Wissen über die Wirkkräfte der Heilpflanzen.
Logona: Leider nein. Natürlich gab es bereits umfangreiche Forschungsarbeiten zu konventioneller Kosmetik, aber die Naturkosmetik hat naturwissenschaftlich betrachtet bei Null angefangen. Natürlich gab es einige wenige hinlänglich erforschte Pflanzen, aber zur Chemie der natürlichen Rohstoffe gab es praktisch keinerlei Vorarbeiten.
Lavera: Eigentlich weniger. Gründer Thomas Haase hat als Autodidakt seine Kenntnisse erarbeitet. Natürlich waren grundlegende Kenntnisse zur Herstellung von Kosmetik bekannt. Aber die Anforderungen an Naturkosmetik wurden selbst erarbeitet.
Weleda: Unsere Körperpflegeprodukte basieren auf medizinischen Erkenntnissen, also auf wissenschaftlichen Arbeiten. Ebenso lag großes Fachwissen zur Qualität der Rohstoffe, vorwiegend zu Pflanzen, vor.
Börlind/Tautropfen: Nein. In den 1950er Jahren standen lediglich Erkenntnisse aus der Naturheilkunde und „Volksweisheiten“ zur Verfügung. Aus volksheilkundlichen Büchern hat Gründerin Annemarie Lindner damals ihre Erfahrungen und Schlüsse gezogen und Produkte mit den entsprechenden Naturwirkstoffen entwickelt.
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