Cosmia natürlich schön
 
Cosmia 5/2008

Innovationen von der Kräuterwiese

Logocos vereint viele Naturkosmetik-Marken unter einem Dach: Logona, Sante, Aquabio, Heliotrop und Neobio. Doch egal welche davon, Innovation wird groß geschrieben. Die Extraktionsanlage ist beispielsweise eine – vor 20 Jahren ein Novum und daher eine Maßanfertigung. // Von Stephanie Silber

Es funktioniert wie ein riesiger Teebeutel“, erklärt Dirk Jahn und steigt von einem Gerüst aus Metallstangen, das fast bis zur Decke des Raumes reicht. Es ist die Extraktionsanlage der Firma Logocos, mit der das Unternehmen aus dem niedersächsischen Salzhemmendorf bei Hannover seit mehr als 20 Jahren Extrakte aus Pflanzen herstellt. In dem Gestänge hängen mehrere Glasballone. „Allerdings benötigen wir in der Regel nur einen davon“, sagt Dirk Jahn (44), Herstellungsleiter bei Logocos. Der Vergleich mit dem riesigen Teebeutel ist gut – und nötig, denn Laien brauchen Vorstellungskraft, um zu verstehen, wie die Anlage funktioniert.

„In der Mitte links befindet sich ein Zylinder, in den die Pflanzendroge gelegt wird“, erklärt Dirk Jahn. Dafür wurden 10 bis 15 Kilogramm eines Rohstoffs – beispielsweise Kamille, Salbei oder Algen – in einen Leinensack gefüllt. Das ist der Teebeutel. „Rechts unten ist die so genannte Extraktionsblase. Von dort wird ein Gemisch aus Wasser und Bioalkohol in den Zylinder mit den Pflanzen gepumpt, durchströmt sie und läuft anschließend langsam wieder zurück in die Extraktionsblase.“ Dieser Vorgang wiederholt sich mehrere Male. Bis ein Extrakt „fertig“ ist, dauert es im Schnitt vier Stunden. Bei der Herstellung gibt es noch einen Clou: „Der Rohstoff im Zylinder wird mit Hilfe von Ultraschall in Schwingungen versetzt, so dass die Pflanzenzellen platzen und ihre Wirkstoffe besser frei geben“, erläutert der Herstellungsleiter.

Ein himmelweiter Unterschied

Das Ergebnis: etwa 100 Liter flüssiges Pflanzenextrakt. Das wandert anschließend direkt in eine Kühlzelle, damit sich kleine Teilchen, die nicht hinein gehören, absetzen. Dann stehen Filtrieren und mikrobiologische Untersuchungen auf dem Programm, bevor die Extrakte in Shampoo, Creme oder Duschgel zum Einsatz kommen. „Alles eigentlich ganz einfach“, fasst Dirk Jahn zusammen und schmunzelt. Der 44-Jährige arbeitet seit fast zehn Jahren bei Logocos. Vorher war er einige Jahre bei Herstellern konventioneller Kosmetik: „Das ist ein himmelweiter Unterschied“, sagt er. „Vor allem, wenn es um die eingesetzten Substanzen geht.“

Doch dafür bringe Naturkosmetik verarbeitungstechnische Tücken mit sich: „Es ist viel schwieriger, ein Produkt aus Naturstoffen herzustellen, da die Natur einem ab und an ein Schnippchen schlägt und nicht berechenbar ist.“ Aber genau das mache ihm viel Spaß bei seiner Arbeit. „Es ist immer wieder eine Herausforderung und eine Menge Tüftelei steckt dahinter.“

Die hauseigene Extraktionsanlage, eine Sonderanfertigung für Logocos, lohnt sich: Das Unternehmen führt mehr als 1400 Produkte in seinem Sortiment. Allerdings nicht alle unter der Marke Logona. Zur großen Familie gehören ebenso die Marken Sante und das jüngste „Kind“ Aquabio, sowie die Reformhaus-Linien Heliotrop und Neobio und auch die Marke Fitne mit Nahrungsergänzungsmitteln.

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