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Heilerde

Die Alleskönnerin

Heilerde ist vielleicht die älteste Medizin der Welt. Entstanden vor Tausenden von Jahren – und fast so lange wird sie als Hilfe gegen unterschiedlichste Beschwerden geschätzt. Kein Wunder, denn das Naturprodukt hat einiges auf Lager. // Von Gisa Buehrer-Lucke

Die alten Ägypter wälzten sich gegen ihre rheumatischen Beschwerden in Bädern aus Nilerde. Hippokrates verordnete Heilerde als Brei, Paracelsus setzte sie in Zeiten von Pest und Cholera ein, Pfarrer Kneipp nutzte sie gegen Hautausschläge und Pfarrer Felke schließlich entwickelte eine ganze Kur aus ihr, die ihm den Spitznamen Lehmpastor eintrug.

Heilerde hat eine lange Tradition und wird schon seit Jahrtausenden zu medizinischen und pflegenden Zwecken genutzt. Entstanden ist dieses Naturprodukt, auch Tonerde, Mineralerde oder Löss genannt, während der letzten Eiszeit vor rund 10 000 Jahren, als tonnenschwere Eisbrocken Steine und Felsen zermalmten. Wasser und Wind traten als Verfeinerer auf, und ließen sie bis zu Staubkorngröße schrumpfen. Die Zusammensetzung des Löss unterscheidet sich nach seinem Herkunftsgebiet, besteht aber zum größten Teil aus Quarzkörnern und kalkigen Bruchstücken. Die unterschiedliche Farbgebung, weiß, gelb, braun oder grün, hängt vom Gehalt an Eisen- und Magnesium­oxiden ab. Außerdem enthält Tonerde Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Kalium und Natrium und Spurenelemente wie Chrom, Kupfer, Vanadium, Selen, Zink und Lithium, zudem ist vor allem die grüne Tonerde reich an Kieselsäure.

Der gesundheitsfördernde Effekt ist jedoch nicht allein dem Mineralienreichtum zu verdanken. Durch ihre unregelmäßige Oberflächenstruktur ist die Heilerde mit einer hohen Absorptionsfähigkeit ausgestattet und kann deshalb Nahrungsgifte und schädliche Stoffwechselprodukte an sich binden. Diese Bindungsfreudigkeit, die nur Heilerden besitzen, macht sie so gesund, kann sich bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme jedoch ungünstig auswirken. Deshalb sollte auf eine zeitliche Versetzung von zwei Stunden geachtet werden.

Feines gegen Entzündungen

Heilerde kann sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt werden. Innerlich wirkt sie vor allem antibakteriell und wird deshalb bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums zum Gurgeln verwendet. Einen Teelöffel Heilerde mit einem halbem Glas lauwarmem Wasser verrühren und mehrmals täglich damit den Mund- und Rachenraum ausspülen. Auch bei Sodbrennen, Magenübersäuerung und zur Darmsanierung ist die Heilerde geeignet. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Heilerde überschüssige Magensäure bindet und damit gegen Sodbrennen und Magenübersäuerung hilft. Auch die Wirkung im Darm wurde schon mehrfach untersucht. Dabei zeigte sich, dass die feine Heilerde die Darmperistaltik anregt und so für eine funktionierende Verdauung sorgt.

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