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Schönheit & Pflege

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Erst kalt, dann heiß

Die Palette der äußeren Anwendungen reicht von kalten und heißen Umschlägen über Bäder bis hin zum Einpudern. Kalte Heilerdepaste hilft beispielsweise bei rheumatischen Beschwerden, allen akuten und chronischen Infektionen sowie bei oberflächlichen Venen- und Lymphgefäßentzündungen. Aber auch bei Insektenstichen und anderen Hautproblemen, wie Akne, Geschwüren oder anderen Hautausschlägen wirkt direkt aufgetragene kalte Heilerde. Nach dem Trocknen mit kaltem Wasser abwaschen.

Wenn Sie Beine, Arme oder andere großflächigere Körperteile behandeln wollen, empfiehlt sich ein Umschlag. Heilerde wird etwa einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch aufgetragen und dann auf die entsprechende Körperpartie gelegt. Die Kälte erzeugt eine Verengung der Blutgefäße, der Stoffwechsel im Gewebe wird langsamer. Im Verlaufe des Trocknungsprozesses, der – je nach Größe des Umschlags und Dicke der Paste – rund zwei Stunden dauert, kommt es dann aufgrund verstärkter Durchblutung zu einer Erwärmung. Das wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Ist die Heilerde getrocknet, wird sie mit Wasser abgewaschen.

Warme, respektive heiße Heilerdeumschläge werden dann angelegt, wenn es um Muskelverspannungen und -verhärtungen, um krampfartige Schmerzen (Hexenschuss, Ischias, Unterleibsschmerzen) geht. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Die Heilerde mit Wasser mischen, bis eine dicke Paste entsteht. Diese so warm wie möglich auftragen und drauflassen, bis der Brei getrocknet ist. Danach mit Wasser abwaschen.

Unterstützend bei Muskel- und Gelenkerkrankungen wirken auch Bäder aus Heilerde. Geben Sie zehn Esslöffel Heilerde in das Badewasser. Dauer des Bades rund 15 Minuten. Danach den Körper abbrausen und trockenrubbeln. Wer mag und die Zeit hat, kann anschließend nachruhen.

Strenge Auflagen

Als Heilerde darf in Deutschland nur jene Tonerde bezeichnet werden, die ein Prüfverfahren nach dem Arzneimittelgesetz durchlaufen hat und eine Anerkennung als Arzneimittel besitzt. Die Auflagen sind streng. Heilerde muss so weit wie möglich keimfrei sein. Zwar sind die Tonerden, die aus bis zu 30 Metern Tiefe abgebaut werden, kaum noch mit Keimen behaftet. Dennoch werden sie zusätzlich bei 133 Grad keimfrei gemacht, um als Arzneimittel zugelassen zu werden.

Anders die grüne Mineralerde aus Frankreich. Sie ist zwar feiner gemahlen als die braune, darf jedoch nur als Nahrungsergänzungsmittel firmieren, da sie lediglich unter der Sonne der Provence getrocknet und nicht zusätzlich sterilisiert wurde. Trotzdem unterliegen auch die Mineralerden, die kein Prüfverfahren hinter sich haben, strengen Qualitätsvorschriften. Sie müssen ebenfalls keimfrei sein, dürfen keinerlei Schwermetalle und Zusätze enthalten. Was die Wirkung und die Anwendungsgebiete angehen, unterscheidet sich das Arzneimittel Heilerde allerdings nicht von der Mineralerde ohne Prüfverfahren.

Maske fürs Gesicht

Heilerde verfeinert die Poren und regt den Zellstoffwechsel an. Gerade bei unreiner Haut, die zu Mitessern neigt, hilft eine Maske, da sie überschüssigen Talg bindet. Einfach ein bis zwei Teelöffel mit ebenso viel Wasser verrühren und etwa 15 Minuten auf dem Gesicht trocknen lassen. Dann mit warmen Wasser abwaschen.

Tipps zur Einnahme

Zwei Teelöffel Heilerde in einem Viertelliter lauwarmem Wasser oder Tee gut verrühren. Das ist die Tagesdosis, die Sie sich einfach auf zwei bis drei Portionen aufteilen. Die erste am besten morgens auf nüchternen Magen einnehmen, die nächste eine Stunde vor dem Essen und dann abends vor dem Schlafengehen. Falls Ihnen diese Variante etwas zu erdig schmeckt, verzichten Sie einfach auf das Rühren vor dem Trinken. Übrigens: Heilerde gibt es auch als Kapseln, das macht die Einnahme noch unkomplizierter.

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