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Afghanische Tafel

In Bamba Khot lässt sich Norbert Burger auch gerne zum Mittagessen einladen. Unter der Hand hat er allerdings einem seiner Mitarbeiter Geld dafür gegeben, sonst wäre es für das Dorf eine erhebliche Belastung. Bei Fladenbrot, Joghurt, in Öl schwimmendem Hammelfleisch, zerkochtem Gemüse und einigen rohen Lauchzwiebeln erzählen die wichtigsten Männer im Dorf, wie es ihnen gelingt, mit den Rosen zurechtzukommen. Der Rest vom Dorf sitzt abseits und schaut zu.

Kein afghanischer Bauer baut gerne Opium an. Aber die Versorgung der Familie hat einen höheren Stellenwert. „Bevor wir verhungern, bauen wir wieder Opium an“, sagt ein Bauer. Rosen sind jedoch eine Alternative für ihn. Der größte Vorteil liegt allerdings nicht beim Geld allein: Bei Opium landet der größte Teil der Gewinne in den Taschen der Warlords und Taliban, die davon wiederum Waffen kaufen und das Land nicht zur Ruhe kommen lassen. Die Lage der Bauern aber wird sich erst wirklich bessern, wenn Friede in Afghanistan einzieht. Dann müssen sie nicht mehr hinter den Mauern ihrer kleinen Festungen wachen. –

Noch mehr Anbauprojekte

Die Firma Wala ist nicht der einzige Hersteller von Naturkosmetik, der Projekte zum kontrolliert biologischen Rosenanbau initiiert. Weleda rief 2001 eine Kooperation im südtürkischen Isparta ins Leben. Seitdem verzichten rund 300 Rosenbauern dort auf Pestizide und Kunstdünger. Stattdessen halten Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen die Schädlinge in Schach. Experten von Weleda begleiten die Bauern und stehen ihnen bei Fragen rund um kontrolliert biologischen Anbau zur Seite. Außer der ökonomischen haben die Menschen auch soziale Vorteile: Beispielsweise soll künftig durch einen Teil des Gewinns der erste Kindergarten im Dorf gebaut werden.

Die Firma Tautropfen kooperiert für den Bezug ihrer Rohstoffe mit einem Unternehmen, dass sich seit fast 30 Jahren für den biologischen Rosenanbau in der iranischen Provinz Kerman einsetzt. Auch dort, wo in einer Höhe von etwa 2500 Metern

Damaszener-Rosen wachsen, wurde früher unter anderem Mohn für Opium angebaut. Nicht nur den Bauern ist dabei geholfen: Durch das En-gagement rund um den Anbau werden auch soziale Projekte unterstützt, beispielsweise Häuser zur Betreuung behinderter Kinder in der Stadt Kerman.

Primavera hat am Fuß des türkischen Taurus-Gebirges eine eigene Verarbeitungsfabrik mit zwei Destillen. Das Unternehmen unterstützt Bauern durch Fortbildungsveranstaltungen im Bioanbau. Außerdem stellt es einen Dorfbetreuer, der die Anwen- dung von biologischen Dünge- und Spritzmitteln überwacht. Des Weiteren zahlt Primavera Geldvorschüsse lange vor der Ernte der Rosen und bevor die Preise im August feststehen.

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