
Strahlendes Blau, saftiges Grün: Die andalusische Sonne brennt vom Himmel und trägt so zur Qualität der Aloe-Pflanzen auf den Feldern der Finca Verde bei. Am Horizont beginnt das spanische Bergland.
Wirkung statt Wasser
Auf ihrer Finca Verde in Südspanien baut die Naturkosmetik-Firma Santaverde seit über 20 Jahren Aloe vera an. Deren Saft ersetzt in den Produkten den Wasseranteil – konsequent. // Von Stephanie Silber
Das Empfangskomitee kann sich sehen lassen: Luna, Greta, Molli und Prinz begrüßen die Besucher der Finca Verde freudig mit dem Schwanz wedelnd. Neugierig schnüffeln die vier Hunde herum und man merkt an ihrer unaufgeregten Art, dass die Vierbeiner Gäste gewohnt sind. Kein Wunder, denn die Türen der Finca Verde, der spanischen Depandance der Naturkosmetik-Firma Santaverde, stehen Besuchern ohne Voranmeldung offen. „Wir möchten allen, die unsere Firma oder unsere Produkte kennen, die Gelegenheit geben, sich anzuschauen, wo unser wichtigster Rohstoff herkommt. Egal ob Urlauber oder Einheimischer“, sagt Sabine Beer, Gründerin und Inhaberin von Santaverde.
Hier am äußersten Zipfel Spaniens, wo Europa Afrika Hallo sagt, baut das Unternehmen seit mehr als 20 Jahren Aloe vera an, kontrolliert biologisch. Die Farm mit ihren Feldern liegt an einem sanften Hügel in der Nähe des Ortes Estepona. In der Ferne kann man das Meer sehen, die andalusische Sonne brennt vom Himmel.
Aloe vera ist deswegen der wichtigste Rohstoff, da in den Produkten von Santaverde nur purer Aloe-vera-Saft enthalten ist, kein Wasser. „100% Wirkstoff, 0% Wasser“ lautet der Leitsatz von Santaverde. Dass in Kosmetik, vor allem in Cremes, kein Wasser steckt, ist ungewöhnlich. „Manche Kosmetika bestehen bis zu 80 Prozent aus Wasser, davon halte ich nichts“, sagt Sabine Beer. Denn Wasser habe im Prinzip keinen Vorteil für die Haut. Ganz anders der reine Saft der Aloe: „Er enthält eine Menge natürlicher Wirkstoffe, von denen Polysaccharide, Enzyme, Mineralsalze, Vitamine und Antioxidantien besonders wirksam sind“, erklärt die Inhaberin die Vorzüge der Wüstenlilie, wie die Aloe auch genannt wird.
Sabine Beer weiß, wovon sie spricht. Sie war zwar schon immer von der Wirksamkeit überzeugt, aber das reichte ihr nicht. Die Diplom-Betriebswirtin – die eigentlich lieber Bäuerin oder Biologin geworden wäre – bemühte sich erfolgreich um Forschungsgelder der EU, um gemeinsam mit europäischen Forschungseinrichtungen ein Verfahren zu entwickeln, das die Wirksamkeit verschiedener Qualitäten der Aloe vera auf der Haut messen kann.
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