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Liebe Leserin, lieber Leser,

Stephanie Silber

ich liebe Musik. Egal ob Klassik, britischer Indie-Rock oder Pop aus Deutschland – ich höre mich quer durch das Angebot der Musikindustrie. Doch einen Hör-Genuss hebe ich mir immer für eine bestimmte Jahreszeit auf: Den November-Blues.

Ich gebe zu, das war nicht immer so. Früher mochte ich den November-Blues überhaupt nicht. Ich konnte mich nicht auf ihn einlassen, habe die Melodie nicht verstanden. Regelmäßig nach den letzten Spätsommertagen, wenn die Welt ihr graues Kleid trägt und Dunkelheit der Begleiter des Tages ist, war es auch in meinem Kopf dunkelgrau. Der November schlug mir aufs Gemüt – und zwar heftig. Besserung war erst in Sicht, als ich mit Freunden den ersten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trank, zwischen hellen Lichtern und glänzenden Kinderaugen.

Doch irgendwann fasste ich einen Entschluss: Ich will mich dem November-Blues stellen und mich auf seine Melodie einlassen. Wenn sie nun aufzieht, lümmle mich aufs Sofa, obwohl das Bügeleisen ruft oder schaue einen traurigen Film und lass den Tränen freien Lauf. Das Prinzip ist einfach: Lieber gleich rein in das Tief, dann kommt umso schneller wieder ein Hoch.

Außerdem lege ich mir in dieser Zeit ein Verwöhn-dich-selbst-Programm auf, gönne mir eine Massage im Day-Spa oder einen Blumenstrauß. Besonders toll finde ich einen Wellness-Abend zu Hause. Mal gönne ich mir dafür ein neues Badeöl, mal eine spannende DVD. Seit ich mich nun auf den November-Blues einlassen kann, vergeht die Zeit bis zum ersten Glühwein besonders schnell. Probieren Sie es doch mal aus, Ihre

Stephanie Silber

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