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Fasten

Auszeit für mich und meinen Körper

Fasten hat für viele Menschen keine religiösen Gründe. Sie wollen ihrem Körper etwas Gutes tun. Bestimmte Schüßler-Salze können dabei helfen. // Von Gisa Bührer-Lucke

Kein Frühstück, keinen Kaffee, kein Abendessen? Schon die Vorstellung vom Fasten treibt so manchem die Schweißperlen auf die Stirn. Dabei kann der Körper zumindest eine Weile gut von seinen Reserven leben: Ein natürlicher Prozess, ohne den Mensch und Tier die vergangenen Jahrhunderte nicht überlebt hätten. Schließlich bedeuteten schlechte Ernten, Naturkatastrophen und Kriege auch immer Zeiten des Verzichts und des Hungers.

Religiöse Ursprünge

Der Ursprung des Fastens liegt in der Religion und ist eng mit Beten und Almosengaben verbunden. Die abendländische Kirche kennt zwei große Fastenzeiten: die Adventszeit zur Vorbereitung auf Weihnachten und die Wochen vor Ostern. Darüber hinaus ist Fasten – in Maßen – auch gesund. Schon Hippokrates (460 - 370 v.Chr.), der Urvater der abendländischen Medizin, hatte zum Fasten eine klare Meinung: „Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.“

Der Verzicht auf Nahrung bedeutet eine Regeneration für die Organe. Der Magen produziert kaum Verdauungssäfte – das schont ihn und den Zwölffingerdarm. Die Darmflora kann sich erholen, so dass die nützlichen Bakterien wieder in der Überzahl sind. Ein wichtiger Effekt auf das Immunsystem, da sich die meisten Abwehrzellen im Darm befinden. Weil die Bauchspeicheldrüse nicht mehr so viel Insulin produzieren muss, sinkt der Blutzuckerspiegel. Durch den veränderten Stoffwechsel können Krankheiten wie Rheuma, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen positiv beeinflusst, Diabetes vorgebeugt werden.

Die Qual der Wahl

Wer sich zum Fasten entschließt, hat die Wahl zwischen mehreren Varianten. Beim Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger gibt es Obst- und Gemüsesäfte, Gemüsebrühen, Tees und Wasser. Der österreichische Arzt F.X. Mayr erlaubt bei seiner Kur Tee/Wasser- und Milch/Brötchen-Kombinationen, dazu Wärmeanwendungen und viel Bewegung in frischer Luft. Bei der Schroth-Kur wechseln sich Kurpackungen mit Trink- und Trockentagen ab. Zweimal wöchentlich wird vom Arzt ein halber Liter Wein verordnet, der Herz- und Kreislauf anregen soll. Weitere Formen sind das Saftfasten, bei dem, der Name sagt es, nur Saft getrunken wird. Beim Molke-Fasten gibt es, über den Tag verteilt, einen Liter Molke, dazu Obstsäfte und Wasser und jeden Morgen zur Verdauungsförderung Sauerkraut- oder Pflaumensaft.

Ganz strikt ist das Teefasten, bei dem nur Tee und Wasser erlaubt sind. Das eiweißergänzte Fasten sieht täglich eine bestimmte Menge Buttermilch oder ein Eiweißkonzentrat vor. Generell sollte sich jeder, der mit dem Fasten liebäugelt, vom Arzt durchchecken lassen. Fasten ist nichts für Kinder und Jugendliche, schwangere oder stillende Frauen, für Bettlägerige, Herz- und Bluthochdruck-Patienten oder Krebspatienten, ebenso für Frauen und Mädchen, die unter Anorexie leiden, oder Menschen mit Suchterkrankungen und psychisch Kranke.

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