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Schönheit & Pflege

Cellulite: Natürlich gegen die Dellen

Glatte Oberschenkel, straffer Bauch, knackiger Po: Die ideale Strandfigur. Doch in der Realität kämpfen die meisten Frauen mit Orangenhaut. Wundermittel gibt es nicht – dafür aber wunder- bar pflegende Mittel, Massagen und Sport. // Von Annette Behr

Sommerliche Kleidung und Bikinis bringen sie jetzt wieder erbarmungslos zum Vorschein: Unschöne Dellen und Hügel an Oberschenkeln und Po. Rund 80 Prozent aller Frauen sind von Cellulite betroffen, für viele ist es der Beauty-Alptraum schlechthin. Die allermeisten Männer bleiben hingegen von der Orangenhaut verschont. Der Grund für diese Ungerechtigkeit: Das weibliche Bindegewebe ist in lockeren Strängen angeordnet, damit es sich bei einer Schwangerschaft entsprechend gut dehnen lässt. Die unter der Haut liegenden vergrößerten Fettpolster drücken nach außen und heben das lockere Bindegewebe der Lederhaut an. Dadurch wird auf der Hautoberfläche ein welliges Profil sichtbar – die Cellulite.

Neigung zu Dellen anlagebedingt

Starke Gewichtsschwankungen und möglicherweise auch die Einnahme von Hormonen können zusätzlich zu einer Auflockerung des Bindegewebes führen. „Durch hormonellen Einfluss kommt es zu einer verstärkten Wasserbindung und einer Behinderung des Lymphabtransports“, bestätigt der Dermatologe Dr. Gerhard Sattler, Leiter der Rosenparkklinik in Darmstadt.

Ob man zu dem hügeligen Hautbild neigt oder nicht, ist genetisch bedingt. Auch sehr schlanke, fragile Frauentypen sind davon betroffen, weiß Dr. Sattler zu berichten.

Verheißungsvolle Werbung

Für glatte Oberschenkel cremen, zupfen und massieren Frauen, was die kosmetische Industrie hergibt. Das Angebot an vermeintlichen Wundermitteln ist unüberschaubar. Die Werbung verspricht unter anderem das Wegschmelzen von Fettzellen durch kosmetische Produkte. Aber was können sie denn nun bewirken? „Alleine wenig bis gar nichts“, sagen Experten wie die Naturkosmetikerin Liane Jochum. „Die Cellulite bildet sich nicht allein durch Wirkstoffe zurück, die auf die äußere Haut aufgetragen werden – auch wenn die Werbung uns dies glauben lassen will“, sagt Jochum aus ihrer Erfahrung als Leiterin der „Academia Balance“, einer Fachschule für Naturkosmetik.

Hersteller von natürlichen Pflegeprodukten sind in der Regel zurückhaltender mit solchen Versprechungen. Sie wissen, dass nur mit Cremes & Co. allein nicht gegen Cellulite anzukommen ist. Das bestätigt auch Liane Jochum. Aus ihrer Sicht wirken Pflegeprodukte allenfalls unterstützend – in Kombination mit einer gesunden Ernährung und gezieltem sportlichen Training.

Auch Klinikleiter Dr. Sattler hält viel von Bewegung, um die Dellen zu mildern: „Das Gleiten der Muskeln ist wie eine innere Massage und bringt eine gute Verbesserung“, bestätigt er. Neben gezieltem Training empfiehlt er seinen Patientinnen auch tägliches Eincremen. Durch Cremes und Gels mit Pflanzenextrakten von Efeu, grünem Tee oder Koffein wirkt der Körper straffer, weil die Durchblutung angekurbelt wird.

Keine Wunder, aber wunderbar pflegend

Für die bessere Durchblutung und Pflege hält die Natur zahlreiche weitere Schätze bereit: Zum Beispiel Birkenblätter, Rosmarin, Aloe vera oder Meersalz. Erfolg versprechend sind auch die berühmten Kneippschen Anwendungen – mit kalten Schenkelgüssen oder Wechselduschen.

Ein luxuriöses Finish danach bildet eine Zupfmassage mit einem guten Hautöl. Das Cremen, Ölen und Massieren bewirkt keine Wunder. Dafür regt es Durchblutung und Lymphfluss an und macht die Haut elastischer. Außerdem sorgt es für Entspannung – und die ist schließlich mindestens genauso wichtig wie eine tolle Strandfigur.

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