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Schönheit & Pflege

Schöne Zähne

Frischer Atem, ein strahlendes Lachen und weiße Zähne: ein schöner Mund kann auch ohne Worte sprechen. Für die richtige Pflege sollte man sich genügend Zeit nehmen − und außerdem ein paar Tricks kennen. // Von Dietlind Arndt

Richtig putzen

Beim Zähneputzen sind die richtige Technik und die passenden Hilfsmittel wichtig. Zu viel Druck und harte Bürsten können die Zahnoberfläche verletzen und Zahnfleischrückgang – Parodontose – verursachen. Ins tägliche Reinigungsritual gehören deshalb weiche bis mittelharte Bürsten. Ganz wichtig: Zahnseide. Sie entfernt nicht nur winzige Essensreste, sondern auch schädliche Bakterien. Für sehr eng stehende Zähne gibt es sogenannte Interdentalbürsten, die bis in kleinste Zwischenräume kommen. Erholung pur für beanspruchte Zähne ist die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Neben täglicher gründlicher Pflege ist sie die beste Garantie gegen schwere Kariesschäden.

Zahnfreundlich essen

Normalerweise reguliert der Speichel unser Mundklima durch seine basischen und desinfizierenden Eigenschaften. Zu viel Säure und häufige Zwischenmahlzeiten bringen diesen Schutzmechanismus des Körpers allerdings durcheinander. Vor allem Zucker und gekochte Stärke, zum Beispiel in Chips oder Crackern, sind wahre Kariesfreunde. Allzu häufiges Naschen und Knabbern zwischendurch deshalb lieber vermeiden. Besser ist es, Süßes direkt nach den Hauptspeisen zu essen und anschließend die Zähne zu putzen. Auch säurehaltige Getränke wie Fruchtsäfte oder Kaffee greifen die Zahnoberfläche an. Die Vitamine A, D und C gelten als zahnschützend. Eiweißprodukte wie Fisch und Käse spenden Kalzium und verursachen so gut wie kein Karies.

Frischekick ohne Chemie

Viele erhoffen sich durch das tägliche Spülen mit einer Mundspüllösung einen frischen Atem. Doch bei manchen konventionellen Produkten ist Vorsicht geboten. Zum Teil enthalten sie chemische Bakterienkiller wie Cetylpyridiniumchlorid (CPC) oder Chlorhexidin (CHX). Zwar ist Chlorhexidin ein wirkungs­volles Mittel gegen Plaque und Zahnfleischentzündungen, für tägliche und längere Anwendungen ist es allerdings nicht geeignet, da es zu Nebenwirkungen wie Geschmacksbeeinträchtigung oder zu Zahnverfärbung­en kommen kann.

Wer auf den schnellen Frischekick nicht verzichten will, greift deshalb besser zu naturkosmetischen Mundpflegeprodukten. Spülungen mit Pflanzenextrakten aus Myrrhe, Kamille oder Salbei fördern die Wundheilung ohne Nebenwirkungen. Großmutters Hausrezept für frischen Atem: Nach dem Essen getrockneten Kümmel kauen.

Bei chronischem Mundgeruch hilft auch das allerdings meist wenig. Der unangenehme Begleiter kann die verschiedensten Ursachen haben, eine der häufigsten ist Zungenbelag. Dieser lässt sich am besten mit einem speziellen Zungenschaber oder einer Zungenbürste entfernen.

Kaugummi, Zahncreme & Gymnastik

Kauen statt putzen ?

Vorsicht bei vielversprechenden Werbebotschaften: Zahnpflege-Kaugummis sind kein Ersatz fürs Zähneputzen. Zwischen den Mahlzeiten können sie trotzdem sinnvoll sein, weil Kauen den Speichel anregt und dadurch die natürliche Remineralisierung der Zähne fördert. Forschungen haben ergeben, dass Xylit, ein natürlicher Zuckeraustauschstoff, die zahneigenen Abwehrkräfte unterstützt. Direkt nach stark säurehaltigem Essen oder Trinken sind Kaugummis sogar besser als der Griff zur Zahnbürste, weil ausgiebiges Schrubben wertvolle Mineralien aus der angegriffenen Zahnoberfläche lösen kann.

Grüne Streifen und Co.

Fast jede Zahnpasta besteht vor allem aus Wasser und Feuchthaltemitteln wie Glyzerin und Sorbit. Daneben enthalten konventionelle Produkte Phosphate, Kräuterauszüge, Konservierungs-, Farb- und Ge­­schmacksstoffe. In manchen Zahncremes stecken außerdem das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat oder das antimikrobiell wirkende Triclosan. Der umstrittene Bakterienhemmer Triclosan reichert sich nicht nur im menschlichen Körper, sondern auch in der Umwelt an und steht in Verdacht, Resistenzbildungen zu fördern. Die meisten Zahncremes enthalten zudem Fluoridverbindungen. Sie können den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies machen, werden aber vor allem von naturheilkundlich tätigen Zahnärzten auch kritisch gesehen (mehr zum Thema Fluoride im „Hintergrund“ hier).

Naturkosmetische Zahncremes reinigen die Zähne schonend mithilfe von Kieselerde oder Salzen, die gleichzeitig für ein basisches Klima im Mund sorgen. Mineralerde, Kreide und ätherische Öle regen die natürliche Remineralisierung an, Pflanzenextrakte wirken beruhigend und ent­­zün­dungs­hemmend. Vorsicht bei Zahn­weiß-Zahncremes: Der starke Abrieb kann angegriffene Zähne zusätzlich belasten.

Anti-Aging für den Mund

Schmale Lippen, Fältchen, Blässe: Auch ein sorgsam gepflegter Mund kann durch Alltagsstress und Sorgen müde wirken. Inzwischen gibt es ganze Übungsreihen, die bei regelmäßiger Anwendung einen verführerisch-sinnlichen Mund versprechen. Ein Bei­spiel: Sagen Sie – im Stillen – die Vokale A, E, I, O, U hintereinander weg. Den Mund so weit wie möglich dabei öffnen. Dadurch bekommt der Mund mehr Farbe und sieht voller aus.

Eine echte Schönheits-Therapie für den Mund ist außerdem: viel lachen – oder küssen. Um die 40 Muskeln werden bei einem ausgiebigen Zungenkuss trainiert. Das glättet die Haut und reduziert Fältchen ganz nebenbei.

Neem-Zweige, Zungenschaber & Co.

Indische Tipps für gesunde Zähne

Gründliche Mund- und Zahn­pflege ist in der indischen Ayurveda-Lehre ein wichtiges tägliches Ritual. In einigen Regionen Indiens reinigt man die Zähne traditionell mit Zweigen des Neem-Baums, dessen Holz antiseptisch wirkt, Karies hemmende Mineralien und feinste Kristalle enthält, die wie Putzkörper wirken. Zur ayurvedischen Tradition gehört auch die tägliche Zungenreinigung. Mit speziellen Zungenschabern werden dabei morgens nach dem Aufstehen Giftstoffe und schädliche Beläge entfernt.

Entgiftungskur mit Öl

Um tiefer liegende Giftstoffe auszuleiten, wird der Mund zusätzlich mit einer speziellen Öl-Kräuter-Mischung ausgespült. Beim „Gandusha“, dem Ölgurgeln, behält man gereiftes Sesamöl ein paar Minuten lang im Mund und zieht es durch die Zähne. Anschließend spuckt man das Öl aus und spült gründlich mit Wasser nach oder putzt sich die Zähne. Das Ausspucken ist wichtig, denn das Öl enthält nun viele Giftstoffe. Als sogenanntes Ölziehen ist diese Methode auch in anderen traditionellen Kulturen bekannt und erfreut sich auch bei uns – oft mit Sonnenblumenöl – wachsender Beliebtheit.

Sogar für Zahnpflege-Kaugummi kennen Ayurveda-Spezialisten eine Alternative. Wer die Früchte von Kardamom, Nelken, Anis und Fenchel kaut, stärkt der indi­schen Lehre zufolge die Zähne, unterstützt die Verdauung und sorgt für frischen Atem.

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