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Schönheit & Pflege

Knackig und gesund

Liegt es an ihrer leuchtend-warmen Farbe, ihrem süßen Geschmack oder daran, dass wir sie seit frühester Kindheit kennen? Die Karotte ist eines der beliebtesten Gemüse überhaupt. Früher gab es sie in den unterschiedlichsten Formen und Geschmacksnuancen. // Von Jutta Krause

Gleich nach Muttermilch oder Fläschchen steht für die meisten Babys Karottenbrei auf dem Speiseplan. Möhren eignen sich hervorragend als erste feste Nahrung, denn sie sind mild, angenehm süß und leicht verdaulich. Auch später bleiben viele ihrer ersten kulinarischen Liebe treu. Karotten stehen bei den Deutschen auf Platz zwei der Gemüse-Beliebtheitsskala, gleich nach den Tomaten. Kinder – bekanntlich nicht gerade die größten Gemüsefans– knabbern gerne an knackigen Möhrensticks, Erwachsene wissen die Vielseitigkeit des Wurzelgemüses zu schätzen. Es gibt kaum eine Speise, in der die Möhre nicht eine Rolle spielen kann, kaum eine Zubereitung, die nicht durch ihren mild-aromatischen Geschmack gewinnt. Von curry-scharf bis essigsauer, von deftig bis süß reicht ihr Einsatzgebiet. Sie ist ein „Muss“ in vielen Suppen, leckere Hauptzutat der „Rübli-Torte“, Farbtupfer in Eintopf und Salat und hauchzart aufgeschäumtes Accessoire in der ausgefeilten Molekularküche. Zudem ist sie nicht teuer und das ganze Jahr über erhältlich.

Die Nachtsicht- und Wachstumswurzel

Das beste dabei: Wer Möhren isst, tut aktiv etwas für seine Gesundheit. Das leichte Gemüse gilt als Wohltat für nervöse Mägen, dank seines hohen Ballaststoffanteils macht es – trotz geringer Kalorienzahl – satt und pflegt die Darmwände. Karotten enthalten von allen Gemüsen den höchsten Anteil an Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Dieses essenzielle Vitamin spielt eine wichtige Rolle beim Sehen, bei der Bildung von Blutkörperchen und hält Haut und Schleimhäute gesund.

Carotinoide sollen die Zellen zudem vor freien Radikalen schützen und die ebenfalls enthaltene Substanz Falcarinol vermindert einer Studie zufolge das Risiko, an Krebs zu erkranken. Karotten sind außerdem reich an Kalium, Kalzium und Vitamin E und enthalten die Vitamine B1, B2, C und Folsäure.

Wilde Möhre als Heilpflanze

Unsere Urahnen verzehrten die Wurzeln der wilden Möhre, deren hohe, von einer weißen Blütendolde gekrönte Stängel sich heute noch auf vielen Wiesen finden. Man erkennt sie leicht an der Vogelnestform, zu der sich die Dolden zusammenziehen und der dunklen „Mohrenblüte“, die aussieht, als säße ein Käferchen in der weißen Dolde − und die der „Mohrrübe“ vermutlich ihren Namen gab. Ihre Wurzel ist bleich, mit vielen Verzweigungen. Griechischen und römischen Gelehrten war sie vor allem als Heilpflanze bekannt, die als harntreibend, blut­bildend und antibakteriell galt.

Verlorene Vielfalt zum Neu-Entdecken

Die Vorfahren der modernen Karotte waren rot, weiß, lila, schwarz, gelb oder gar grün. Die orange Möhre, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit rund 250 Jahren. Es heißt, sie wurde von holländischen Züchtern entwickelt, die ihr die Farbe ihres Königshauses Oranje gaben. Heute finden sich fast nur noch diese Karotten im Handel, ihr Aussehen und Geschmack wurde im Zuge des modernen Gemüsebaus immer einheitlicher. Alte Sorten verschwanden zunehmend aus den Gärten und Regalen und wurden durch leistungsfähige Hybriden ersetzt. Damit ging nicht nur ein wertvolles Stück Kulturgeschichte verloren, sondern auch ein Füllhorn an Formen, Farben und Geschmacksnuancen.

Dabei wäre es doch interessant, einmal die kurze, dicke und sehr süße Möhre namens „Oxheart“ zu probieren. Oder die von Schweizer Landfrauen entwickelten weißen „Küttiger Rübli“, die früher zur Haltbarmachung gehobelt und eingesäuert wurden. Auch die blassgelbe „Jaune Longue de Doubs“ soll eine Delikatesse sein. Diese Sorten sind durch das Engagement von Organisationen, die sich der Erhaltung und Wiederbelebung alter und seltener Sorten widmen, erhalten geblieben, wenn man sie auch in Läden kaum zu sehen bekommt. Für die rund 200 Jahre alte „Duwicker“ mit ihren hellorangen, kreiselförmigen und aromatischen Wurzeln wurde vor Kurzem sogar eine Neuzulassung erwirkt. Ihre Samen sind im Spezialversand wieder erhältlich.

Orientalischer Möhrensalat mit Linsen (Für 2 Personen)

3 Karotten / 150 g gelbe Linsen / 1 Zwiebel / 1 Knoblauchzehe / 3 EL Zitronensaft, nach Geschmack mehr / Salz / Pfeffer, aus der Mühle / 1 Prise Kümmel, fein gemahlen / 4 EL Olivenöl / 2 EL fein gehackte Minze / Minze zum Servieren

Die Linsen unter fließendem Wasser in einem Sieb gründlich waschen, dann in reichlich Wasser ca. 8-13 Minuten knapp bissfest garen. In der Zwischenzeit die Karotten schälen und in Scheiben hobeln, 3-4 Minuten vor Kochzeitende mit zu den Linsen geben und kurz mitgaren.

Zwiebel und Knoblauch putzen und fein würfeln, in Öl andünsten. Linsen und Karotten in ein Sieb gießen, abtropfen. Zitronensaft mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Öl mit Zwiebeln verrühren, Minze zugeben, abschmecken. Mit dem Salat mischen.

Den Salat mindestens 30 Minuten ziehen lassen, nochmals abschmecken und mit Minze garniert servieren.

Hautberuhigendes Öl

Auch zur Schönheitspflege eignet sich die Karotte. Ihr Saft wird gerne in Gesichtsmasken gerührt und in Cremes kann Karottenöl die trockene, spröde Haut pflegen. Auch das aus den Samen der Wilden Möhre gewonnene Karottensamenöl wird in der Kosmetik geschätzt – es hat eine hautstraffende und beruhigende Wirkung und eignet sich zur Pflege der gereizten Haut. In Sonnenölen kann es außerdem die Bräunung beschleunigen, schützt aber nicht vor UV-Strahlen. 

Blickfang für die Rohkostplatte

Die „Neue“ ist ein Hingucker: Ein breiter dunkelrot bis schwarzlila gefärbter Ring zieht sich um den orangen Kern der Möhre. Das sieht hübsch aus und ist besonders gesund. Denn die von dem Amerikaner Prof. Leonard Pike durch eine Kreuzung zwischen Urmöhre und orangen Karotten entwickelte Möhre enthält bis zu 40 Prozent mehr Beta-Carotin als ihre einfarbigen Schwestern. Im dunklen Ring steckt zudem der antioxidativ wirkende Farbstoff Anthozyan. Pike wollte eine Sorte züchten, die vor allem Kindern Freude macht. Das tut sie nicht nur wegen ihres farbenfrohen Äußeren: Beta-Sweet – so ihr Name − ist auch süßer als „normale“ Karotten.

Stammgast im Bio-Gärtchen

Ein besonderer Gartengenuss: Eine Möhre am grünen Schopf packen, aus der weichen Erde ziehen, kurz an der Hose abputzen oder unterm Schlauch säubern und reinbeißen, dass es nur so knackt! Allein für den erdigen Duft und den süß-aromatischen Geschmack dieser veritablen Frischkost lohnt es sich, der Möhre auch in kleinen Gärten einen Stammplatz einzuräumen. Am besten in Mischkultur mit Zwiebeln und Lauch, denn die Pflanzen vertreiben gegenseitig ihre Schädlinge. Auch Tomaten, Radieschen, Erbsen, Dill und Salat sind gute Nachbarn. Möhren lieben weiche Böden und einen sonnigen Standort. Windige Lagen erschweren der Möhrenfliege die Eiablage.Creme

Karottencreme

Die natürlich tönende Karottencreme verleiht jedem Hauttyp ein frisches Aussehen. Pflanzliche Essenzen aus Hamamelis und Calendula versorgen die Haut mit Feuchtigkeit, Vitamin E und Sheabutter bieten Schutz vor frühzeitiger Hautalterung.

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