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Wenn die Haut Hilfe braucht...

Unreine Haut, erweiterte Äderchen, Pigmentflecken oder Ekzem: Hautprobleme plagen nicht nur Teenies, sondern auch viele Erwachsene. Da ist die richtige Strategie gefragt. // Von Astrid Wahrenberg

Ein kleiner Trost ...
Einmal Mäuschen spielen und die Stars vor der Morgentoilette sehen – wir wären überrascht. Auch viele Promis haben Hautprobleme. Ein englischer Kosmetikversand hat letztes Jahr sogar ein Umfrage-Ranking der Promi-Frauen mit der schlechtesten Haut erstellt. Auf den vorderen Rängen lagen Amy Winehouse, Victoria Beckham und Cameron Diaz. Immerhin ein kleiner Trost, wenn der eigene Teint nicht perfekt ist. Doch was tun, wenn die Haut verrückt spielt?

Unreine Haut und Pickel

Mit unreiner Haut, Mitessern und Pickeln haben vor allem Jugendliche in der Pubertät zu kämpfen. „Wenn Erwachsene darunter leiden, stimmt irgendetwas nicht“, sagt Liane Jochum, Leiterin der Fachschule für Naturkosmetik Academia Balance. Oft ist der Hormonhaushalt durcheinandergekommen oder es werden die falschen Pflegeprodukte benutzt. „Man kann die Haut nicht 30 Jahre lang nach dem gleichen Schema pflegen“, sagt Jochum. Mit zunehmendem Alter produzieren etwa die Talgdrüsen weniger Fett, die Haut verändert sich. Eine Hauttypanalyse schafft Klarheit. Ganzheitlich ausgebildete Naturkosmetikerinnen bestimmen den Hauttyp umfassend. Sie beziehen neben dem äußeren Erscheinungsbild der Haut auch die körperliche und psychische Verfassung sowie Lebensstil und Ernährung mit ein.

So zeigt sich die unreine Haut: Das Gesicht glänzt fettig, die Haut ist großporig und auf Stirn, Nase und Kinn sind Mitesser. Ursache: Die Talgdrüsen produzieren zu viel Fett. Sind die Hautporen verstopft und dazu noch bestimmte Bakterien im Spiel, entstehen entzündete Pusteln und Papeln. Wer dauerhaft viele davon hat, sollte zum Hautarzt, denn dann handelt es sich um Akne.

Das hilft: Waschlotionen oder Reinigungsmilch speziell für unreine Haut reinigen gründlich. Naturkosmetische Produkte verzichten auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie beispielsweise PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässig machen und Fremdkörper in den Körper einschleusen können sowie auf chemische Konservierungsmittel, von denen einige möglicherweise Allergien auslösen können.

Tonika und Gesichtswasser klären mit antibakteriell wirksamen Pflanzenextrakten wie Salbei, Rosmarin, Minze oder Teebaum. Es gibt sie mit und ohne Alkohol. Alkohol desinfiziert, er kann aber auch die Haut austrocknen. Für sensible Haut sind alkoholfreie Gesichtswasser die richtige Wahl. Peelings rubbeln abgestorbene Hautschuppen ab, das wirkt verstopften Poren entgegen. Bei empfindlicher Haut sollte es ein sanftes Peeling sein, etwa mit Peelingpartikeln aus Pflanzenwachs. Masken und Packungen aus Mineralerde nehmen überschüssiges Hautfett auf, versorgen die Haut mit wichtigen Mineralstoffen und wirken beruhigend.

Tipp: Die Mineralerde statt mit Wasser mit einem Kräutersud anrühren. Salbei, Thymian und Rosmarin wirken reinigend, Kamille beruhigend, Walnussblätter-Sud antiseptisch und regulierend auf die Fettproduktion. Für die tägliche Hautpflege reicht meist eine leichte Creme, die vor allem Feuchtigkeit liefert. Zur Behandlung einzelner Pickel gibt es Pickel-Tupfer mit Kräuterzusätzen. Abdeckstifte mit Pflanzenextrakten wie Salbei oder Minze kaschieren rote Stellen und können beruhigend wirken.

Dass Schokolade essen für Pickel sorgt, stimmt übrigens nicht. Gesunde Ernährung lohnt sich trotzdem, weil sie sich insgesamt positiv auf das Hautbild auswirkt.

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Pigmentflecken

Ein paar Sommersprossen auf der Nase finden viele süß, Altersflecken möchte dagegen dort keiner haben. Die braunen Flecken zeigen sich bevorzugt im Gesicht, auf Handrücken und Unterarmen – dorthin fällt im Laufe eines Lebens besonders viel Sonnenlicht. Andere Pigmentflecken entstehen durch genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse etwa während einer Schwangerschaft oder durch Medikamente. Auch wenn eine Kosmetik nicht vertragen wird, können sich braune Flecken bilden. Normalerweise sind diese Pigmentstörungen harmlos. Dennoch sollte man sie dem Hautarzt zeigen: Vermeintliche Altersflecken könnten auch eine Vorstufe von Hautkrebs sein.

Das hilft: Pigmentflecken, die während der Schwangerschaft oder der Einnahme der Pille entstehen, verschwinden danach oft wieder. Andere Flecken, darunter Altersflecken, bleiben dauerhaft. Sonnenstrahlung verstärkt generell die dunkle Pigmentierung. Daher gilt: Raus aus der Sonne und mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Auch in lichtärmeren Monaten sollte die Tagespflege einen Lichtschutzfaktor um 8 aufweisen. Einige naturkosmetische Produkte erreichen diesen Lichtschutz durch ausgewählte Pflanzenöle und -extrakte (z.B. Mandelöl, Kukuinussöl, Jojobaöl, Aloe-vera-Extrakt). Die Pflanzen haben diesen Lichtschutz im Laufe der Evolution für sich entwickelt.

Mandelöl

Frau mit Sommersprossen
Mandelöl bietet einen leichten natürlichen Lichtschutz. Sommersprossen finden viele süß. Altersflecken will hingegen kaum jemand haben.

Ein Hausmittel gegen Altersflecken ist Zitronensaft. Wunder sollte man da nicht erwarten, allenfalls werden die Flecken heller. „Man kann sie dann mit einem deckenden Make-up etwas kaschieren“, sagt Liane Jochum von der Naturkosmetikschule Academia Balance. Wer sehr unter den Flecken leidet, kann einen Hautarzt aufsuchen. Der kann eine Schälkur mit Vitamin-A-Säure oder Fruchtsäurepeelings durchführen. Liane Jochum sieht diese Methoden kritisch, da die ganze Haut – auch die gesunde – abgeschält wird: „Das ist ein massiver Eingriff, den ich aus ganzheitlicher, naturkosmetischer Sicht nicht empfehlen kann.“

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Atopisches Ekzem: Neurodermitis

Rote, schuppige Haut, starker Juckreiz, Schwellungen und nässende Ekzeme sind typisch für Neurodermitishaut. Am häufigsten trifft es Babys und Kleinkinder: 10 bis 15 Prozent von ihnen leiden unter der allergisch bedingten, chronisch entzündlichen Hauterkrankung.

Bei vielen bessern sich die Probleme im Schulalter. Aber auch bei Erwachsenen ist Neurodermitis keine Seltenheit. Insgesamt sind in Deutschland rund vier Millionen Menschen betroffen. Die Krankheit selbst wird nicht vererbt, wohl aber die Veranlagung, dass das Immunsystem überreagiert.

Die Haut ist trocken und anfällig

Bei Neurodermitikern produzieren die Talgdrüsen zu wenig Talg. Außerdem fehlen dem Hautfett körpereigene Substanzen, die Wasser in der obersten Hautschicht binden. Daher ist die Haut ständig zu trocken und anfällig für alles, was von außen auf sie einstürmt.

Es gibt die verschiedensten Auslöser für einen Neurodermitis-Schub: Das können zum Beispiel Allergene wie Tierhaare, Hausstaubmilben oder Pollen sein. Eine Rolle können die Ernährung, die Psyche oder Umweltfaktoren, aber auch Infektionserkrankungen spielen.

Frau am Meer

grüner Tee
Ein Tag am Meer tut nicht nur der Seele gut, sondern auch der Haut. Umschläge mit grünem Tee können bei juckender Haut und nässendem Ekzem helfen.

Das hilft: Bei akuten Neurodermitis-Schüben greift der Arzt mit Medikamenten ein, um den entzündlichen Prozess zu stoppen. Ärzte, die Naturheilverfahren anwenden, setzen auf ein ganzheitliches Konzept. Ziel der Hautpflege ist es, das gestörte Gleichgewicht der Haut zu stabilisieren und ihre Schutzfunktion zu stärken. „Eine gute Basis-Hautpflege ist daher das A&O“, sagt Naturkosmetikerin Liane Jochum. Die hochsensible Haut braucht reizfreie und rückfettende Produkte. Hautberuhigend und pflegend wirken beispielsweise Bäder mit Salz vom Toten Meer.

Als Basis-Hautpflege sind spezielle Serien für besonders empfindliche Haut von verschiedenen Naturkosmetikherstellern geeignet. Auf Parfüm, Farb- und Duftstoffe wird dabei verzichtet. Wenige, gut verträgliche Zutaten und hochwertige Pflanzenöle bestimmen die Rezeptur. Oft findet sich Nachtkerzenöl oder Borretschsamenöl darin. Beide enthalten die lebenswichtige Fettsäure Gamma-Linolensäure, die einen Einfluss auf Immun- und Entzündungsreaktionen hat.

Tipp: Als Hausmittel gegen den Juckreiz und nässende Ekzeme haben sich Umschläge mit grünem oder schwarzem Tee bewährt.

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Couperose

Auffällig rote Bäckchen, die nach einem Glas Wein feuerrot anlaufen? Das ist typisch für Couperose. Ursache für die erweiterten Äderchen, die auf Wangen und Nase ein dichtes Geflecht bilden können, ist ein schwaches Bindegewebe. Couperose ist ungefährlich, aber oft ein ästhetisches Problem. Für den Laien schwierig zu unterscheiden ist dieses Hautbild von der entzündlichen Hautkrankheit Rosacea. Sie äußert sich zunächst ganz ähnlich. Neben der Hautrötung und den erweiterten Äderchen kann sich die Haut aber zusätzlich schuppen, in einem späteren Stadium entwickeln sich entzündliche Pusteln. Betroffen sind vor allem Nase, Wangen, Kinn und Stirn. Es gibt anscheinend mehrere Ursachen dafür. Rosacea behandelt der Arzt mit speziellen Medikamenten und Salben. Naturheilkundlich orientierte Haut- ärzte setzen ganzheitliche Methoden ein.

Das hilft: Vorbeugen ist bei Couperose die beste Strategie. Häufig liegt eine erbliche Neigung vor. Wer das weiß, kann sich vor allem schützen, was Couperose fördert. Dazu gehören extreme Temperaturwechsel. „Saunagänger brauchen aber auf das Vergnügen der heiß-kalten Wechselbäder nicht zu verzichten“, sagt Naturkosmetikerin Liane Jochum. Tipp: Ein eiskaltes Gästehandtuch mit in die Schwitzkabine nehmen und die Gesichtshaut abdecken.

Meiden sollte man Sonnenbäder, also besser Hut auf und Sonnenschutzcreme auftragen. Manche Haut reagiert auch auf scharfes Essen und Alkohol.

Um Reizungen der sensiblen Haut zu vermeiden, sollten die Pflegeprodukte gut verträglich sein. Eine naturkosmetische Spezialpflege für Couperose will die Gewebeschwäche mit gefäßstärkenden Substanzen wie Mäusedorn und Beinwell stabilisieren. Aber: Sind die kleinen Blutgefäße erst einmal sichtbar, verschwinden sie nicht mehr. Der Hautarzt kann sie mit dem Laser oder gepulstem Licht behandeln. Dabei werden die Gefäße quasi verschweißt. Eine Garantie, dass sie dauerhaft verschwinden, gibt es allerdings nicht. 

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Vier Fragen an eine Dermatologin, die den Ursachen von Hautproblemen auf den Grund geht:

„Nur eine äußerliche Behandlung mit Salben ist oft zu oberflächlich“

Hautprobleme sind häufig ein Symptom für eine innere Ursache. Die Dermatologin Dr. Teresa Galinsky behandelt sie ganzheitlich mit Chinesischer Medizin.  

Wo setzt ihre Ursachenforschung an ?
Bei der individuellen Patientengeschichte von Geburt an. In einem sehr ausführlichen Gespräch befrage ich den Patienten zu den aktuellen Beschwerden sowie allen bisherigen Erkrankungen und Operationen. Eine ganz wichtige Rolle für Diagnose und Therapie spielt auch die seelisch-emotionale Verfassung. Der ganze Verlauf einer Krankheitsgeschichte ist wichtig.

Wie unterscheidet sich das von der gängigen medizinischen Praxis ?
In der westlichen Medizin wird überwiegend das Hautproblem symptomatisch, häufig äußerlich mit Creme oder Salbe behandelt. Die Therapie wirkt meist schnell, aber nicht nachhaltig. Es wird oft nicht versucht zu verstehen, „was die Haut uns sagen will“.

Welche Rolle spielt der Darm bei Hauterkrankungen ?
Darm und Haut gehören eng zusammen. Die Haut setzt sich als Schleimhaut im Körperinneren fort, in der Mundhöhle, den Augen, Bronchien, Magen, Darm, Gebärmutter, Blase und Gelenken. Die Haut ist als einziges Organ unseres Körpers äußeren und inneren Einflüssen ausgesetzt. Es ergibt sich daraus klar, dass Wechselwirkungen zwischen Haut und Schleimhaut bestehen und eine Behandlung von Hauterkrankungen nur durch äußerliche Anwendung von Salben oftmals zu oberflächlich ist.

Wie sieht die Behandlung aus ?
Die Patienten leiden unter dem äußeren Erscheinungsbild, daher erarbeite ich zunächst einen Pflegeplan, damit sich die Haut beruhigt. Mit individuell zusammengestellten chinesischen Kräutern, Akupunktur, Tuina – das ist eine Massagetechnik – sowie Ernährungsberatung und Qigong werden Lebensenergie und Selbstheilungskräfte angeregt. Das ist ein langsamer Prozess, man darf daher keine schnellen Effekte erwarten.

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