Liebe Leserin, lieber Leser,

neulich besuchte ich zu etwas späterer Stunde meine Großmutter in ihrem Seniorenstift. Sie war gerade dabei, sich „bettfein” zu machen – so nannte sie es. Ich schaute sie erstaunt an: Sie hatte eine dicke Schicht Crememaske im Gesicht. Ich muss dazu sagen, meine Oma ist 87 und hat – wie es sich gehört – das Gesicht voller Falten. „Warum brauchst Du noch eine Maske?“, rutschte es mir heraus. Ihre Antwort war einfach: „Fürs Gefühl.” Und damit hat sie recht. Kosmetik ist zwar in erster Linie zur Pflege von Haut und Haar, doch es hat auch etwas mit Gefühl zu tun: Ich möchte mir etwas Gutes tun, mich verwöhnen.
Die Wahl der Creme oder des Shampoos sagt außerdem nicht nur etwas über meinen Hauttyp aus, sondern auch über mich. Die Tube, die ich jeden Morgen in die Hand nehme, soll zu mir und meinem Lebensgefühl passen. Beispielsweise würde ich nie die gleiche Pflegeserie wie meine Schwester benutzen, weil ich damit einen ganz anderen Lebensstil verbinde. So hatte meine Entscheidung für Naturkosmetik ebenfalls nicht in erster Linie etwas mit der Pflege zu tun, sondern mit dem Verzicht auf zu viel Chemie und meinem Verständnis von Umweltbewusstsein.
Und das Gefühl kommt auch nicht zu kurz: Inzwischen setzen viele Hersteller nicht nur auf die Qualität ihrer Produkte, sondern verpacken diese in ein modernes, trendiges Design, das ich gern in meinem Badezimmer sehe. So macht Naturkosmetik Spaß und passt noch besser zu mir.
Stephanie Silber
| weiterblättern> |
