Zeit für mich
Beauty-Auszeit zu Hause
Draußen ist es frostig und ungemütlich? Wunderbar! Denn jetzt ist die ideale Zeit für einen ausgedehnten Wellness-Tag in den eigenen vier Wänden. Zeit für Pflege – und zum Träumen. // Von Andrea Mauer
Frost, Schnee, Matschwetter? Jetzt in eine warme Wanne gleiten und die Alltagssorgen in weite Ferne rücken lassen. Schon die alten Ägypter wussten, dass ein Bad den Körper und die Seele reinigt. Gerade in der kalten Jahreszeit gilt es zudem als echtes Schönheitselixier. Häufiges Frieren ist nicht nur unangenehm, es beeinflusst auch unser Aussehen: Der Teint wirkt blasser, weil die Haut weniger gut durchblutet ist. Und die Gesichtsmuskeln sind stärker angespannt, was unsere Züge härter erscheinen lässt. Ein Bad kann hier Wunder wirken, weil es den Körper von Kopf bis Fuß wärmt. Die Muskulatur entspannt sich und das schwerelose Gefühl im Wasser zaubert ein Lächeln auf die Lippen.
Die ideale Badetemperatur liegt bei etwa 36 bis 38 Grad. Wer auf seinen Kreislauf achten muss, der sollte das Wasser nicht zu heiß temperieren.
Das i-Tüpfelchen eines jeden Baderituals sind pflegende Schaumbäder, Öle oder Salze. Bei trockener, schuppiger Winterhaut haben sich reichhaltige Badeöle und feuchtigkeitsspendende Schaumbäder bewährt. Für die sensible oder zu Allergien neigende Haut ist ein sanftes Molkebad oder basisches Badesalz zu empfehlen. Viele Badezusätze enthalten ätherische Öle, deren Düfte die Seele streicheln. So wirken Rosmarin, Eisenkraut und Orange anregend, stimmungsaufhellend und erfrischend. Lavendel, Melisse und Fichtennadeln beruhigen und harmonisieren. Zimt und Vanille sorgen für eine sinnliche, wärmende Atmosphäre.
Tipp: Beim Kauf eines neuen Badezusatzes lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Konventionelle Produkte enthalten häufig umstrittene Tenside oder Emulgatoren, welche die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Bei zertifizierter Naturkosmetik werden ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe und entweder gar keine oder milde Tenside auf rein pflanzlicher Basis verarbeitet.
Fürs richtige Ambiente sorgen
Einfach mal abschalten und in der Badewanne träumen – das gelingt am besten, wenn auch das Ambiente stimmt. Mit einigen wenigen Handgriffen verwandeln Sie Ihr Badezimmer in eine traumhafte Wohlfühl-Oase: Temperieren Sie den Raum angenehm warm, verteilen Sie ein paar stimmungsvolle Teelichter und legen Sie entspannende Musik in den CD-Spieler. Familienmitglieder sollten informiert sein, dass das Bad für eine Weile nur Ihnen gehört. Und das Telefon? Am besten ausschalten, damit Sie Ihre kleine Auszeit ungestört genießen können. Ein Vollbad sollte ohnehin nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern. Bei sehr trockener Haut empfiehlt es sich, die Badesession auf fünfzehn Minuten zu verkürzen.
Wärmender Wintercocktail zum „Nachglühen“ auf dem Sofa:
1 Bio-Zitrone heiß waschen, abtrocknen und in kleine Stücke schneiden. Eine weitere Zitrone auspressen. Den frisch gepressten Saft und die Zitronenstücke mit 1 TL Honig und einem halben Liter Cranberrysaft in einen Topf geben. Eine Vanilleschote längs aufschlitzen, die Hälfte des Marks dazugeben und einmal aufkochen. Bei milder Hitze 10 Minuten ziehen lassen. Vanilleschote herausnehmen und den wärmenden Cocktail genießen.
Wohlfühlprodukte: Lavendel Bad von Dr. Hauschka, Kastanien-Entlastungsbad von Weleda, Dusch- und Badeöl Orange Vanille von I&M, Badeöl Honey Moments von Lavera, Badeöl Ingwer Limette von Primavera, Winter Schaumbad von Farfalla, Sanddorn Soft Peeling Maske von Alva, Aloe Vera Peeling Waschcreme von Eubiona, Body Scrub von Martina Gebhardt
Streichelzart - dank Peeling
Kälte, Heizungsluft und Sauerstoffmangel machen der Haut jetzt schwer zu schaffen. Sie zeigt uns ihren Unmut, indem sie fahl und schuppig wirkt. Ein Körperpeeling befreit die Haut vom winterlichen Grauschleier und lässt sich wunderbar an das Baderitual anschließen. Durch das warme Wasser sind die Poren geöffnet und abgestorbene Hornpartikel lassen sich spielend leicht entfernen. Das Ergebnis: Die Haut ist streichelweich und rosig.
Einen kräftigeren Rubbeleffekt erzielt man mit fein gemahlenen Oliven- oder Traubenkernen oder Meersalz. Für empfindliche Körperstellen eignen sich Peelings mit Kokosraspeln oder Jojoba-Perlen. Liane Jochum, Leiterin der Fachschule für Naturkosmetik Academia Balance, hat noch einen Tipp für Haut, die auf mechanische Reize sensibel reagiert: „Reiben Sie sich mit frisch pürierter Papaya ein. Diese Frucht enthält Enzyme, welche die Haut ohne Rubbeln zum Strahlen bringen.
Extraportion Pflege für die Winterhaut
Manch zarte Gesichtshaut verwandelt sich in der kalten Jahreszeit in ein echtes Sensibelchen. Kein Wunder, die häufigen Schwankungen zwischen Außen- und Innentemperatur sind Stress pur, weil sie ihr Feuchtigkeit entziehen. Und das hat Folgen: Die Haut juckt und spannt, sie ist gerötet, neigt zu Unreinheiten oder Trockenheitsfältchen. Hier helfen reichhaltige Masken oder Packungen, die den Teint intensiv mit Nährstoffen versorgen. Und so bereiten Sie Ihre Haut auf diese Extra-Pflege vor:
Zunächst das Gesicht, den Hals und das Dekolleté mit einer Lotion gründlich reinigen. Anschließend eine sanfte Peelingcreme auftragen und mit den Fingerspitzen einige Minuten kreisend massieren, dabei die Augenpartie aussparen. Das Peeling mit Wasser abnehmen und die Haut mit einem feuchtigkeitsspendenden Tonic klären. Damit die Nährstoffe der Maske oder Packung besser einwirken können, sollten nun die Poren geöffnet werden. Hierfür Wasser in einem kleinen Topf erwärmen, diesen vom Herd nehmen und das Gesicht etwa ein bis zwei Minuten über den Wasserdampf halten. Alternativ kann man ein kleines Handtuch in warmes Wasser tränken und als wohltuende Kompresse auflegen.
Welche Maske für welchen Hauttyp?
Nun ist die Haut bereit für die Intensivpflege. Einige Masken haben die Eigenschaft, nach dem Auftragen auf der Haut fest zu werden. Dadurch können die Pflegestoffe sehr gut in die Poren eingeschleust werden. Wer zu Couperose oder anderen Durchblutungsstörungen neigt, greift zu einer Packung oder Crememaske. Diese bleiben auch nach dem Auftragen weich und versorgen die Haut ebenfalls mit wertvollen Nährstoffen. Für trockene, feuchtigkeitsarme Haut gibt es besonders reichhaltige Crememasken mit Sheabutter, Sanddorn, Mandelöl, Squalan, Nachtkerzen- und Olivenöl. Bei sensibler oder gestresster Haut helfen hautberuhigender Kamillenextrakt, Aloe vera, ausgleichender Wundklee und Ringelblume. Unreine Haut lässt sich mit den Wirkstoffen Zink, Lehm- oder Tonerde behandeln. Auch Salbei, Minze, Rosmarin, Zaubernuss und Hamamelis sind optimal, weil sie antibakteriell und adstringierend wirken.
Und so wird‘s gemacht
Die Paste oder Creme messerdick auf das Gesicht auftragen und mit den Fingerspitzen verteilen. „Hals und Dekolleté mit einbeziehen, da diese in der täglichen Pflege oft zu kurz kommen“, rät Naturkosmetikerin Liane Jochum. Die Augenpartie besser aussparen. „Für diese sensible Zone gibt es spezielle Augenmasken. Wer mag, legt mit Rosenwasser benetzte Wattepads auf die geschlossenen Lider. Dies hat einen kühlenden und erholsamen Effekt“, erklärt die Expertin. Während die Haut je nach Packungsanweisung zwischen 5 und 25 Minuten mit frischer Energie versorgt wird, darf man es sich auf dem Sofa gemütlich machen und einfach relaxen.
Ist die Zeit verstrichen, die Reste der Maske bzw. Packung in die Haut einmassieren oder mit einer warmen Kompresse abnehmen. Das Gesicht nun sanft trocken tupfen und bei Bedarf eine Pflege auftragen. Verzichten Sie für den übrigen Teil des Tages auf Make-up, damit die Haut frei atmen kann. Sie wird sich mit einem strahlend glatten und erholten Aussehen bedanken.
Extra-Tipp von Liane Jochum: Probieren Sie mal eine Maske mit essbaren Zutaten aus. Avodaco wirkt nährend, Mango straffend. Sie brauchen dafür: 1 EL pürierte Avocado oder Mango, 1 TL Quark, ½ TL Honig.
Die Zutaten zu einer homogenen Masse verarbeiten und auf das Gesicht auftragen. 10 -15 Minuten einwirken lassen. Die Haut prickelt, die Durchblutung wird angeregt. Danach vorsichtig mit lauwarmen Wasser (ohne Seife) abwaschen. Gesicht nur trocken tupfen, damit die Stoffe weiter wirken können.
Wohlfühlprodukte: Anti-Stress-Maske von Santé, PurDerm Peel Maske von Dadosens, Relax Meeting Pflegemaske von Laveré, Basische Gesichts-Maske von Droste Laux, Aloe Vera Firming Gel Mask von Santaverde, Gesichts-Tonic Cotton Bloom von Neobio.
Geist und Körper mal Ruhe gönnen
Mit einer Atem-Meditation kann man die natürliche Bewegung des Atems nutzen, um sich darin zu üben, die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu lenken. Nicht über die Vergangenheit nachgrübeln oder Zukünftiges planen.
Meditieren heißt, im Hier und Jetzt zu sein und alles um sich herum zu vergessen. Dadurch schenken Sie Ihrem Körper und Ihrem Geist eine Ruhepause vom hektischen Alltag.
Und so geht‘s: Verbindung mit dem Atem aufnehmen. Setzen Sie sich im Schneidersitz auf ein Kissen oder aufrecht auf einen Stuhl. Sobald Sie eine bequeme Haltung gefunden haben, in der Sie aufrecht, aber nicht steif sitzen können, lassen Sie Ihre Schultern hängen und legen Ihre Hände dorthin, wo sie bequem ruhen können. Schließen Sie als nächstes die Augen oder richten Sie den Blick leicht nach unten auf den Boden. Jetzt bringen Sie die Aufmerksamkeit ganz in die Gegenwart.
Werden Sie sich Ihrer Umgebung bewusst und der Geräusche um Sie herum. Dann machen Sie sich bewusst, wie sich Ihr Körper anfühlt, achten Sie auf körperliche Empfindungen und mögliche Spannungen. Atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und entspannen Sie sich. Dann achten Sie auf die Bewegungen in Ihrem Verstand und Ihren Gefühlen – Gedanken, Emotionen, Erwartungen und Erinnerungen. Ihre Gedanken werden immer wieder abschweifen. Das ist völlig normal. Die wichtigste Anweisung ist, dass Sie jedes Mal, wenn Sie sich darüber bewusst werden, die Gedanken einfach loslassen und zum Atem zurückkehren. Spüren Sie das nächste Einatmen oder das nächste Ausatmen. Sie können auch „Ein“ oder „Aus“ denken, wenn Ihnen das hilft, sich besser zu konzentrieren. Führen Sie diese Übung etwa zehn bis fünfzehn Minuten durch.
Eine ausführliche Version dieser Meditationsübung und viele weitere finden Sie in folgendem Buch: Jack Kornfield: Meditation für Anfänger. Goldmann Arkana. 128 Seiten. 16,95 Euro.
Bildnachweise: jumpfoto/Kristiane Vey, gettyimages/Stephen Zeigler, gettyimages/Image Source
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