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Schönheit & Pflege


MännerkosmetikFür Minimalisten:

Top gepflegt– in wenigen Minuten

Immer mehr Männer wollen gut gepflegt aussehen: Für Frau oder Freundin, für das eigene Ego oder weil es die Karriere fördert. Der Aufwand dafür ist nicht so groß. Mann muss sich ja nicht gleich jeden Tag die Wimpern tuschen. // Von Leo Frühschütz

„Männer verbringen mehr Zeit im Bad als Frauen!“ Dies vermeldete 2008 der Burda-Verlag. 30 Minuten sollten es täglich sein – ohne Duschen und Rasieren. Soll das wirklich stimmen? Da würden wir ja morgens nie pünktlich in die Arbeit kommen. Tatsächlich repräsentierten die 1.763 Befragten auch nicht die gesamte Männerwelt. Dafür waren sie zu alt, zu wohlhabend und hatten außerdem Zeit, Online-Umfragen zu beantworten.

Richtig ist auf jeden Fall, dass wir Männer uns immer stärker für Kosmetik interessieren und 2008 insgesamt 881 Millionen Euro dafür ausgegeben haben. Wir sind also – kosmetisch gesehen – zu einem wichtigen Marktsegment herangewachsen. Weil die Hersteller über dieses Segment noch recht wenig wissen, häufen sich die Studien. Marketing-Agenturen kreieren Kosmetiktypen wie den „Experimentellen Trendsetter“ oder den „Naturbewussten Alternativen“. Interviewer wollen wissen, ob man Sätzen zustimmt wie: „Mir genügt Rasierwasser, mehr Kosmetik brauche ich nicht.“ Angeblich antwortet immer noch ein Viertel der Männer darauf mit „Stimmt genau!“.

Die große Mehrheit jedoch pflegt Haut und Haar ausgiebiger. Doch stundenlange Beauty-Rituale vor dem Badezimmerspiegel sind kein Muss: Minimalisten brauchen nur wenige Tuben und Tiegel, um gepflegt auszusehen. Diese bieten die bekannten Naturkosmetikmarken in großer Vielfalt an.

Das braucht die Männerhaut

Wir Männer sind Dickhäuter. Bei uns ist die Oberhaut etwa 20 Prozent dicker als bei Frauen und produziert mehr Talg. Wegen Letzterem haben Männer häufiger Probleme mit Pickeln, nicht nur in der Pubertät. Doch nur wer richtig fettige Haut hat, braucht morgens etwas Seifenschaum oder Reinigungsgel in den Waschlappen. Bei Problemhaut bietet sich auch ein wöchentliches Peeling an, sowie ein Abdeckstift für Pickel. Für den Normalhaut-Mann genügt morgens Wasser – bevorzugt kalt.

Nach dem Waschen, Zähneputzen und eventuellem Rasieren hat die Haut Streicheleinheiten verdient. Pflegelotionen für Männer enthalten meist wenig Fett, manche sind ganz fettfrei. Männerhaut kann die Feuchtigkeit aus solchen Lotionen gut einlagern und wirkt anschließend besonders glatt. Wer den ganzen Tag an der frischen Luft ist, sollte eine etwas reichhaltigere Creme als Wetterschutz verwenden. Abends reicht es aus, sich den Staub des Tages aus dem Gesicht zu waschen, am besten mit einer Naturseife oder Waschlotion.

Da bei Männern das Bindegewebe stärker ausgeprägt und widerstandsfähiger ist, tauchen die ersten Falten rund zehn Jahre später auf als bei Frauen, dann allerdings furchentief. Da lässt sich nichts wegcremen, das sind Lebenslinien. Trotzdem: Regelmäßiges Eincremen führt der alternden Haut die notwendige Feuchtigkeit zu, lässt sie glatter aussehen und unterstützt mit pflanzlichen Wirkstoffen die Hautzellen in ihrem Kampf gegen die Vergänglichkeit. Für den Minimalisten muss das keine ausgewiesene Anti-Aging-Creme sein, die es mit den einschlägigen Wirkungsversprechen längst auch für Männer gibt. Für ihn ist es entscheidend, dass Duft und Hautgefühl passen. Probecremen macht also Sinn, genauso wie das Probefahren vor dem Autokauf. Gute Geschäfte haben dafür Tester bereitliegen oder kleine Sachets.

Was gehört in den Badezimmerschrank?

Wer die Bierflasche mit dem 17er-Schlüssel aufmacht, braucht keine zwei Tuben für die Dusche. Der wäscht sich mit dem Duschgel die Haare oder mit dem Shampoo auch den Rest. Das wissen die Hersteller und haben deshalb fast alle Dusch-Shampoos in ihren Männer-Serien, die Haare und Körper gleichzeitig reinigen. Wer Probleme mit den Haaren hat, etwa weil sie sehr schnell fetten oder die Schuppen rieseln, sollte zu einem speziellen Naturkosmetik-Shampoo greifen. Diese Produkte können mit ihren ausgewählten Pflanzenwirkstoffen gezielter helfen als Allround-Männer-Shampoos. Wer für sein Haar mehr braucht als ein Shampoo, findet auch Haargel und Haarwasser im Sortiment. Letzteres soll die Haare kräftigen. Wundermittel gegen Haarausfall kann auch die Naturkosmetik nicht bieten.

Wer die Bierflasche mit dem 17er-Schlüssel öffnet, braucht keine zwei Tuben für die Dusche.

Männer muffeln schneller als Frauen und riechen strenger. Denn sie scheiden mit dem Schweiß das männliche Geschlechtshormon Tes- tosteron aus. Die Hautbakterien zersetzen es dann zu sehr intensiven Geruchsstoffen. Ein gutes Deo gehört deshalb zur Standard­ausstattung im Badezimmerschrank. Für welches Produkt man sich entscheidet, ist eine Abwägung zwischen Lieblingsduft und Wirksamkeit. Wer stark schwitzt, sollte es mit einem Kristall-Deo versuchen. Das enthält natürliche Aluminiumsalze (Alaun) und wirkt damit ebenso gut wie konventionelle Geruchsstopper, verträgt sich aber besser mit der Haut. Es soll Männer geben, die – auch wegen des Körpergeruchs − zweimal am Tag duschen. Kann man machen, nur sollte Mann sich dabei nicht jedes Mal von den Haarspitzen bis zu den Zehen einschäumen. Denn auch die sehr milden Tenside in Naturkosmetik-Shampoos entfetten die Haut und können sie aus ihrem Rhythmus bringen. Deswegen ist es sinnvoll, sich nach dem Duschen einzucremen. Minimalisten verwenden dafür die gleiche Feuchtigkeitscreme wie für das Gesicht.

Auch wenn Männerhaut in der Regel recht unempfindlich ist, braucht sie nach der Rasur beruhigende Pflege, beispielsweise von der Ringelblume.

Schonende Rasur

Egal ob trocken oder nass: Rasieren beansprucht die Haut. Zwar bevorzugen viele Männer Aftershaves, vermutlich, weil der Alkohol beim Desinfizieren winziger Schnitte so schön brennt. Er trocknet aber auch die Haut aus. Männer mit sowieso schon trockener Gesichtshaut sollten dieser etwas Gutes tun und ein Aftershave Balm oder eine leichte Gesichtscreme verwenden. Minimalisten haben da eine Tube für alles. Wer das Rasierwasser vorzieht, schlägt bei Naturkosmetik-Produkten zwei Fliegen mit einer Klappe: Auszüge von Heilpflanzen wie Hamamelis und Ringelblume beruhigen die Haut. Schädliche Chemikalien wie das hormonell wirksame Diethylphthalat bleiben ihr damit erspart. In konventionellen Shaves vergällt es häufig den Alkohol und erspart den Herstellern die Branntweinsteuer.

Für Liebhaber der traditionellen Nassrasur ist das NaturkosmetikSortiment ein Biotop. Hier leben noch all die Rasierseifen und Rasiercremes aus der Tube, die bei den konventionellen Marken längst von Schaum aus der Spraydose verdrängt wurden.

Die Seife aufschlagen und mit dem Dachshaarpinsel das Kinn streicheln: Diese entspannenden Minuten sollte sich auch ein Minimalist gönnen. Übrigens rasiert sich ein Viertel der deutschen Männer auch die Brust und 36 Prozent entfernen die Haare im Intimbereich. Das behauptet die Firma Gilette in einer großen europaweiten Umfrage. Darin schätzt sie die Männerzeit im Bad auf 24 Minuten täglich, inklusive Duschen und Rasieren. Das kommt schon eher hin. 

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1. Aqua Dusch-Shampoo von Lavera 2. Alchemist After Shave Splash von Farfalla 3. Homme Gesichtsfluid 2 in 1 von Sante 4. Wild Utah Gesichtsmilch von Martina Gebhardt 5. Wild Life After Shave Balm von i+m 6. Rasiercreme von Weleda 7. Mann Aftershave Balm von Logona  8. Deo Stick von Speick 9. Körperlotion von Alva

Bildnachweise: gettyimages/Alison Miksch,  gettyimages/George Doyle, gettyimages/DAJ

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