Schön
schwanger
Die Zeit mit großem Kugelbauch ist immer wunderbar aufregend. Der Körper vollbringt Höchstleistungen und braucht daher besonders liebevolle Pflege. // Von Andrea Mauer
Gesicht
Schwangere haben eine besondere Ausstrahlung. Das mag an der Vorfreude über den Nachwuchs liegen, kann aber auch hormonell bedingt sein.
Einige Frauen reagieren auf die Hormonflut allerdings mit Pickeln und Mitessern. Eine gründliche Reinigung ist jetzt wichtig: Morgens und abends das Gesicht mit einer milden Reinigungslotion säubern und mit einem Tonic klären. Anschließend die gewohnte Pflege auftragen. Ist die Haut eher trocken, eine reichhaltigere Creme verwenden. Einmal pro Woche ist Maskenzeit. Minze oder Allantoin beruhigen unreine Haut. Eine Packung mit Aloe vera oder Traubenkernöl schenkt Feuchtigkeit. Für werdende Mütter ist Naturkosmetik ideal, da natürliche Zutaten besonders sanft und hautfreundlich sind.
Drei Viertel aller Schwangeren neigen zu Pigmentflecken. Auch daran sind die Hormone schuld: Die Muster auf der Haut entstehen durch eine Überproduktion und werden durch lange Sonnenbäder oder Besuche im Solarium verstärkt. Tipp: An sonnigen Tagen einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 auftragen und im Straßencafé lieber ein schattiges Plätzchen suchen. Ideal sind Produkte mit mineralischen UV-Filtern. So sind weder Mutter noch Baby chemischen Filtern ausgesetzt, die im Verdacht stehen, hormonell aktiv zu sein und die kindliche Entwicklung zu beeinflussen. Die Sonnencreme sollte zudem vor UVA-Strahlen schützen, da diese unter anderem für die Bildung von Pigmentflecken verantwortlich sind.
Bauch & Beine
Gibt der Arzt sein o.k., dürfen werdende Mütter gern Sport treiben. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention empfiehlt Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Ausdauersport soll einer übermäßigen Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen. „Weniger trainierte Frauen wählen Yoga oder Aquafitness“, rät Britta Heilemann, Hebamme im Geburtshaus Frankfurt. Viele Turnvereine oder Studios bieten Kurse für Schwangere an. „Wichtig ist, dass man sich beim Sport wohlfühlt“, so Britta Heilemann. „Meldet sich die Gebärmutter mit Kontraktionen, kann dies eine Überanstrengung sein.“ In diesem Fall lieber kürzer treten oder schonender trainieren.
Bei 70 Prozent aller Frauen reagiert die Haut mit Dehnungsstreifen auf dem Kugelbauch. Ob man die blau-bräunlichen Risse bekommt, hängt von der Stärke des Bindegewebes ab. Und von einer gezielten Vorbeugung: Spezielle Cremes oder Öle (z.B. mit Calendula) halten die Haut elastisch. Tägliche Zupfmassagen fördern die Durchblutung. Dafür die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen, anheben, kurz zusammenpressen und wieder loslassen. Ist der Bauch schon sehr rund, kann er vorsichtig mit einer Trockenbürste oder einem Luffahandschuh massiert werden.
Zähne
Früher hieß es: „Jedes Kind kostet einen Zahn“. Das ist heute glücklicherweise nicht mehr so. Inzwischen weiß man, dass schwangere Frauen einen erhöhten Bedarf an Kalzium haben (mindestens 1,2 Gramm täglich). Das Mineral ist für Aufbau und Erhalt der Zähne zuständig und steckt beispielsweise in Milch, Soja, Lauch oder Brokkoli. Schwangere neigen eher zu Karies, weil ihr Speichel saurer ist. Daher nach jeder Mahlzeit die Zähne putzen, regelmäßig Zahnseide verwenden und selten Süßes naschen.
Dass werdende Mütter häufig Zahnfleischbluten haben, ist normal. Das Zahnfleisch ist besser durchblutet und reagiert empfindlicher. Eine Massage mit einer weichen Bürste stärkt das Gewebe. Bei Entzündungen helfen milde Spülungen mit Salbei oder Kamille.
Haare
Ginge es nach der Schönheit der Haare, könnte eine Schwangerschaft gern ewig dauern. Durch die Hormonumstellung sind sie fester, glänzender und haben eine längere Lebensdauer (was bis zu zehn Prozent mehr Fülle bringen kann). Nach der Geburt verabschiedet sich die Pracht jedoch leider wieder, der damit verbundene Haarausfall ist also völlig normal.
In der Schwangerschaft sind die Haare durch ihre längere Verweildauer oft trocken und spröde. Ein Shampoo und eine Spülung für strapaziertes Haar spenden Feuchtigkeit. Einmal pro Woche ist eine Kurpackung zu empfehlen.
Bei einigen Schwangeren verstärkt die hormonelle Veränderung jedoch die Talgproduktion auf der Kopfhaut. Die Haare sind nun fettiger und sollten häufiger gewaschen, jedoch nicht heiß geföhnt werden. Auf beschwerende Stylingprodukte lieber verzichten. Bei plötzlich auftretenden Schuppen helfen milde Anti-Schuppen-Shampoos oder eine Spülung mit lauwarmem Brennnessel-Tee.
Vorsicht bei Colorationen: Durch die veränderte Haarstruktur kann die Farbe jetzt anders ausfallen als erwartet. Zwar ist es wissenschaftlich nicht erwiesen, dass chemische Haarfarbe eine schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind hat, dennoch raten die meisten Hebammen und Ärzte davon ab. Wer trotzdem Lust auf etwas Farbe hat, nimmt pflanzliche Produkte, beispielsweise mit Henna.
Produkte für werdende Mamas und rund um den Babybauch gibt es von Weleda, Martina Gebhardt, Bellybutton und Avalon.
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