Erdiges Vergnügen
Moor, Fango, Heilerde & Co.: Erdanwendungen wurden schon in der Antike geschätzt. Heute kann man ihre heilsame Wirkung in vielen Wellnesshotels und Kurhäusern erfahren. // Von Elke Achtner-Theiß
Zart und rosig ist die Haut, frei und beweglich alle Glieder, elastisch die Muskulatur und das Bindegewebe – so lebt es sich leicht im Einklang mit der Natur. So trotzt man widrigen Einflüssen, denn Wunden schließen sich rasch und der Leib erneuert sich – selbst dann, wenn ihn einmal ein Spaten jäh durchtrennen sollte. Die Rede ist vom Regenwurm.
Seine Domäne ist, wie wir wissen, der Erdboden. Darin gedeiht er seit Jahrmillionen, und zwar in allen Teilen der Welt. Es kann also vorteilhaft sein, sich mit Lehm, Schlick und Schlamm näher zu befassen, zumal die Materie wie auch die Methoden vielfältig sind. Sie reichen von der Heilerde-Maske über die Schlick- oder Fangopackung bis zum Lehm- oder Moorbad in der Wanne. Gang und gäbe waren Schlamm- und Schlicktherapien bereits in der Antike und bei vielen Naturvölkern. Ausgebuddelt haben dieses Erfahrungswissen zwei bekannte Pastoren des 19. Jahrhunderts: Sebastian Kneipp und Emanuel Felke. Neben seinen bekannten Wasser- und Wickeltherapien verwendete Kneipp gerne kühlende Lehmpackungen, vor allem zur Behandlung von Entzündungen aller Art, von Hautausschlägen, Geschwüren und Wunden. Emanuel Felke hingegen, von Zeitgenossen gern als „Lehmpastor“ tituliert, entwickelte eine komplette Kurmethode, bei der das Lehmbad sogar als Ganzkörpertherapie vorkam.
Felkes Lehrer, der Naturheilkundler Adolf Just, wiederum entdeckte, wie man Löß, eine während der Eiszeit entstandene Erdsubstanz, essbar macht, um damit Magen- und Darmbeschwerden zu kurieren. Heute gehören Erdanwendungen (wissenschaftlich: Peloid-Therapien) in vielen Kurhäusern und Wellnesshotels zum Standardrepertoire. Dabei bildet ein gereinigter mineralstoffreicher Lehm quasi die Basis. Er wird zumeist kalt oder moderat warm eingesetzt. Entweder man verteilt die krümelige braune Paste wie einen Zuckerguss auf Knie, Schulter oder Rücken oder aber man vertieft sich gleich ganz in die Materie und buddelt sich komplett bis zum Hals hinein. Zwanzig Minuten sind das Minimum, Fans ziehen ein einstündiges „Bad“ vor.
Dampfendes Torf-Bad
Mitten in der Landschaft im Moor abzutauchen, wirkt bekanntermaßen keinesfalls lebensverlängernd. Man muss sich also mit einem Wannenbad begnügen. Dort umfängt den Kurgast ein sauberer, gemahlener Torf, der in speziellem Wasser – oft aus Heilquellen – gelöst wird. Nicht erschrecken, wenn üppiger Dampf aufsteigt. Die Badetemperatur beträgt zwar 42 Grad – doch „gefühlt“ werden davon nur angenehme 38, was mit der geringen Wärmeleitfähigkeit des Torfs zusammenhängt. Das heiße Moor erwärmt die Muskeln, die Gelenke, sogar die inneren Organe, ohne dass die Haut Schaden nimmt.
Wie schön glatt und glibberig sich Schlick anfühlt, kann man bei jeder simplen Wattwanderung erfahren. Der Sedimentboden lagert sich an Flachküsten, aber auch an Seen und langsam fließenden Flüssen ab. Gereinigter Schlick wird als kühle Auflage vor allem bei degenerativer Arthritis und bei Schuppenflechte verwendet.
Raus mit Schadstoffen und Schlacken
Im Gegensatz zu Lehm, Schlick und Moor ist Fango keine originäre Erde, sondern ein gemahlenes mineralstoffreiches Gestein, das mit Wasser zu einer feinen Paste angerührt und etwa drei Zentimeter dick auf die entzündlichen Gelenke aufgetragen wird. Fango ist cremiger als Lehm und bleibt lange heiß. Fango drückt mit seinem hohen spezifischen Gewicht schwer auf Haut und Gewebe, presst so Schadstoffe und Schlacken heraus und absorbiert sie gleichzeitig.
Heilerde ist der Star unter den Peloiden, weil sie problemlos auch für den Hausgebrauch taugt. Angeboten wird sie als fein gemahlenes Pulver aus eiszeitlichen Lößablagerungen. Aus urzeitlichem Gestein gewonnen und sorgfältig verarbeitet, ist Heil- beziehungsweise Mineralerde eine absolut saubere Sache, die man – in Flüssigkeit gelöst – schlucken kann. Sie soll Magensäure, Giftstoffe und Cholesterin binden und eine gestörte Darmflora rasch in Ordnung bringen. Kosmetische Erdpulver eignen sich warm angewendet für Masken und Peelings.
Hier kann man in Moor, Lehm & Co. baden:
Bollant‘s im Park, Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz)
Das 4-Sterne-Superior-Hotel liegt in einem großen Privatpark. Seit über einem Jahrhundert ist es spezialisiert auf Felke-Heilerde-Anwendungen. Außerdem gibt es: Naturheilverfahren, Buchinger Heilfasten, Vino-Therapie, Kräuter der Hildegardis Medizin, Ayurveda, Massagen, Thalasso-Behandlungen. 85 Betten, drei private Spa-Lodges, drei Restaurants, großes Spa mit Meditationsraum, Edelsteindampfbad, Heilerde-Dampfbad, verschiedene Saunen, Freiluft-Sprudelbad, Außen-Dachterrassenpool, Solarium, Spa-Garten am Fluss (April bis Sept.), Naturkosmetik, Fitness. www.bollants.de
Moor & Mehr, Bad Kohlgrub (Bayern)
Das Bio-Hotel liegt in Deutschlands höchstgelegenem Moorheilbad. Das Bergkiefernmoor wird bei Gelenkschmerzen, Unfruchtbarkeit und bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Weiterer Schwerpunkt: Hildegard-Medizin. Angebote: Entgiften & Entschlacken, Balance & Regeneration, Linderung & Heilung. Vitalküche vom eigenen Bio-Hof. 42 Betten in ruhiger Lage, Wellnessbereich mit Schwimmbad, Kräuter-Dampfbad, Sauna, Tepidarium, medizinische Badeabteilung mit Feng-Shui-Ruhezone, Naturkosmetik, Naturheilpraxis, Gesundheitsberatung.
www.bio-kurhotel.deMoorland am Senkelteich, Vlotho (Nordrhein-Westfalen)
Im Moorheilbad Senkelteich findet man Hotel, Klinik sowieGesundheits- und Wellnesszentrum unter einem Dach. Das Moor stammt aus einem Erdtrichter in der Nähe des Hauses, der vor 15 000 Jahren entstand. Es wird vielseitig eingesetzt: Äußerlich als Bad oder Packung, innerlich als sogenannte Trinkmoor-Kur. Man schläft sogar auf Moormatratzen und es gibt „Bio-Moorbrot“. 85 Betten, Zimmer elektrosmogreduziert, Hallenbad, Sauna, Solarium, Kosmetik, Schlafberatung. www.bad-senkelteich.de
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Das 4-Sterne-Superior-Hotel liegt in einem großen Privatpark. Seit über einem Jahrhundert ist es spezialisiert auf Felke-Heilerde-Anwendungen. Außerdem gibt es: Naturheilverfahren, Buchinger Heilfasten, Vino-Therapie, Kräuter der Hildegardis Medizin, Ayurveda, Massagen, Thalasso-Behandlungen. 85 Betten, drei private Spa-Lodges, drei Restaurants, großes Spa mit Meditationsraum, Edelsteindampfbad, Heilerde-Dampfbad, verschiedene Saunen, Freiluft-Sprudelbad, Außen-Dachterrassenpool, Solarium, Spa-Garten am Fluss (April bis Sept.), Naturkosmetik, Fitness.
Das Bio-Hotel liegt in Deutschlands höchstgelegenem Moorheilbad. Das Bergkiefernmoor wird bei Gelenkschmerzen, Unfruchtbarkeit und bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Weiterer Schwerpunkt: Hildegard-Medizin. Angebote: Entgiften & Entschlacken, Balance & Regeneration, Linderung & Heilung. Vitalküche vom eigenen Bio-Hof. 42 Betten in ruhiger Lage, Wellnessbereich mit Schwimmbad, Kräuter-Dampfbad, Sauna, Tepidarium, medizinische Badeabteilung mit Feng-Shui-Ruhezone, Naturkosmetik, Naturheilpraxis, Gesundheitsberatung.
Im Moorheilbad Senkelteich findet man Hotel, Klinik sowieGesundheits- und Wellnesszentrum unter einem Dach. Das Moor stammt aus einem Erdtrichter in der Nähe des Hauses, der vor 15 000 Jahren entstand. Es wird vielseitig eingesetzt: Äußerlich als Bad oder Packung, innerlich als sogenannte Trinkmoor-Kur. Man schläft sogar auf Moormatratzen und es gibt „Bio-Moorbrot“.
85 Betten, Zimmer elektrosmogreduziert, Hallenbad, Sauna, Solarium, Kosmetik, Schlafberatung.