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Leckeres FarbenspielLeckeres Farbenspiel

Egal ob rot, grün oder gelb: Ohne Tomaten wäre die Nudel ständig auf der Suche nach dem idealen Partner und der Mozzarella furchtbar einsam. Gut, dass die „Paradiesäpfel“ die Küchen der Welt er-oberten, denn sie sind nicht nur lecker, es steckt auch viel Gutes drin. // Von Jutta Krause

Egal ob frisch oder gekocht: Die Frucht aus den Urwäldern Südamerikas verleiht mit ihrem aromatisch-fruchtigen Geschmack vielen Speisen ihr besonderes Aroma. Sie ist arm an Kalorien, aber reich an Vitalstoffen, die sie in einer besonders ausgewogenen Zusammensetzung enthält. Das Erstaunlichste an der Tomate ist jedoch die schier unerschöpfliche Vielfalt an Farben und Formen, in der sie in den Obst- und Gemüseregalen liegt.

Wer bislang nur die einförmigen, roten Früchte aus dem Supermarkt kennt, hat lediglich einen kleinen Teil des Tomaten-Universums gesehen. Das Farbspektrum der Tomate reicht von weiß und gelb über orange, rosa, rot und grün bis hin zu schwarz-violett. Es gibt große und kleine, dicke und schmale, glatte und gefurchte Früchte. Ihre Form ist rund, oval, birnen-, tropfen- oder herzförmig. Mal ist sie gezackt wie ein Zahnrad, mal gestreift wie ein Tiger, mal groß, schwer und unförmig wie ein Ochsenherz oder klein und süßsauer wie eine Stachelbeere.

Rund 2500 Tomatensorten sind namentlich bekannt – Schätzungen zufolge gibt es sogar bis zu 10 000 verschiedene Sorten. Viele davon sind Eigenzüchtungen, die als gut gehütete „Familienschätze“ von Generation zu Generation weitervererbt werden. Manche Sorten sind nur regional verbreitet, andere im Gepäck von Auswanderern um den halben Globus gereist. Viele alte Sorten sind in Vergessenheit geraten, doch bemühen sich passionierte Tomatenliebhaber darum, ihre Zahl wieder zu vergrößern, indem sie gezielt alte Sorten anbauen und vermehren. Mit gutem Erfolg: Mehr als 800 Sorten sind inzwischen wieder im Umlauf.

Ursprünglich stammt die Tomate aus Südamerika. Wie ihre nahe Verwandte, die Kartoffel, kam auch die sinnlich-aromatische Frucht mit Seefahrern nach Europa. Dort wurde sie bestaunt und in vornehmen Gärten als Zierpflanze kultiviert. Sie galt jedoch als giftig und es dauerte mehrere Jahrhunderte bis sie den Sprung in die Küche schaffte.

Liebesgruß aus der Küche

Die pralle, verführerische Frucht regte von Anfang an die Fantasie der Botaniker und Gelehrten an, das lässt sich an ihren Namen ablesen. 1544 beschrieb der italienische Arzt und Botaniker Pietro Andrea Matthioli die Tomate als „Pomi D’Oro“ (goldener Apfel). Den Franzosen galt sie als Aphrodisiakum, was sich im Namen „Pomme d’Amour“ (Liebesapfel) niederschlug. Im deutschsprachigen Raum verkörperte sie als „Paradiesapfel“ die verbotene Frucht, das klingt noch in ihrem österreichischen Namen „Paradeiser“ an. Der Name Tomate leitet sich von dem aztekischen Wort „xitumatl“ ab, was angeblich „anschwellen“ bedeutet. Als Nachtschattengewächs ist sie eng mit Kartoffeln, Paprika, Tollkirsche, Alraune und Tabak verwandt.

Ausgewogener Vitamin-Mix

Tomaten sind regelrechte Fitmacher, denn bei nur 18 Kalorien je 100 Gramm vereinen sie eine Fülle von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen in sich – ansehnlich verpackt und wohlschmeckend. Sie enthalten reichlich Kalium, das den Flüssigkeitshaushalt regelt, entschlackt und entwässert, Magnesium, das die Herz- und Kreislauffunktion fördert, sowie Phosphor, Kalzium und Natrium. Der Vitamin-Mix A-C-E ist in Tomaten sehr ausgewogen vertreten. Er verhindert Ablagerungen in den Blutgefäßen und stärkt Herz, Kreislauf und Immunsystem. Abgerundet wird der gesunde Cocktail von den Vitaminen B1, B2, Niacin und Folsäure und den Spurenelementen Eisen, Kupfer und Zink, die die Zellbildung fördern und das Bindegewebe festigen.

Besonders wertvoll sind ihre sekundären Pflanzenstoffe. Vor allem das Karotinoid Lycopin ist in Tomaten reichlich enthalten. Dieser Farbstoff wirkt stark antioxidativ, macht freie Radikale unschädlich und schützt den Körper vor Herz-Kreislauferkrankungen und rheumatischen Krankheiten. Die krebshemmende Wirkung, die ihm nachgesagt wird, konnte in Versuchen jedoch nicht bestätigt werden. Der Lycopin-Gehalt ist übrigens auch in gelben, orangen und violetten Tomaten hoch.

Kalte Tomatensuppe mit Büffelmozzarella

TomatensuppeFür 3-4 Personen
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Wartezeit: 3 Stunden
Kühlzeit: 12 Stunden

Zutaten:
1 Dose Pizzatomaten (ca. 400 g) /
1 Passiertuch / Meersalz / Pfeffer /
Cayennepfeffer / Zucker /
3 Blatt weiße Gelatine / 150 g rote und gelbe Kirschtomaten / 125 g Büffel-mozzarella / 2 Stängel frischer Basilikum / Olivenöl, zum Beträufeln / Balsamessig

Zubereitung: Die Pizzatomaten in ein hohes Gefäß geben, etwa 100 ml Wasser dazugeben, pürieren. Ein Sieb mit einem Passiertuch auslegen, auf eine Schüssel stellen. Die Tomaten auf das Tuch gießen und den Tomatensud abtropfen lassen. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 300 ml Tomatensud abmessen, auf­kochen und mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Zucker abschmecken. Die Gelatine ausdrücken, im Tomatensud auflösen und abkühlen lassen. Die Tomatensuppe in tiefe Teller füllen und 12 Stunden kühl stellen. Mit den geviertelten Kirschtomaten, Büffelmozzarella und Basilikum garnieren. Mit Olivenöl und Balsamessig beträufelt servieren.

Weltreise mit Tomaten

Sie heißen Andenhorn, Berner Rose und Black from Tula, Cherokee Purple, Japanische Trüffel, Thai Pink oder Druzba, was bulgarisch ist und Freundschaft heißt. An diesen Namen kann man die Herkunft der Sorten ablesen. Andere beziehen sich auf bestimmte Merkmale der Früchte. Zahnrad ist gezackt, Banana Legs sieht aus wie kleine Bananen, Feuerwerk ist aufregend gefärbt. Mit zunehmendem Interesse gewinnen alte Sorten, die oft eine lange Geschichte haben, wieder an Boden – als lebende Beweise für die unglaubliche Vielfalt, die in einer lebendigen Gartenkultur entsteht. Mit einem sonnigen Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon, einem grünen Daumen und ein paar Tütchen mit alten Samen kann man auf eine spannende Weltreise gehen und den Reichtum entdecken, der jenseits der meist immergleichen Hybridsorten aus den Läden existiert.

Hunderte von Tomatensorten in Wort und Bild – alles unter www.irinas-tomaten.de. Zusammen mit vielen Tipps rund um Anbau und Pflege.

Gekocht gesünder

TomatensugoWer seinen Tomatensugo nach Vorbild italienischer Köchinnen lange köcheln lässt, hebt damit nicht nur den unvergleichlichen Geschmack der Tomaten hervor – er bringt auch den darin enthaltenen, gesundheitsfördernden Farbstoff Lycopin in eine Form, die der Körper besonders gut aufnehmen kann. Vor allem, wenn ein Schuss Olivenöl die Soße abrundet. Durch den Kochvorgang werden die pflanzlichen Zellstrukturen aufgebrochen und der Farbstoff freigesetzt. Auch Dosentomaten weisen einen hohen Lycopingehalt auf, da die Früchte meist reif geerntet und direkt verarbeitet werden.Santaverde Produkte

Starker Schutz

In dieser Creme von Santaverde mit dem exotischen Namen Xingu steckt tatsächlich Lycopin aus Tomaten. Sie soll der Haut einen starken antioxidativen Schutz bieten. Xingu ist übrigens ein Fluss in Brasilien.

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