Wenn bei Capri
die rote Sonne...
Schon unsere Mütter waren Badenixen und wussten, wie man am Strand toll aussieht. Wenn damals die Adria lockte und der VW-Käfer bereitstand, ging es los. Was heute zum Beauty-Programm für unvergessliche Tage am Meer gehört, verraten wir auf den folgenden Seiten. // Von Andrea Mauer
O sole mio
Fit fürs Strandoutfit
Der neue Bikini wartet schon sehnsüchtig auf die Strandpremiere, doch bei der Generalprobe vor dem Spiegel fühlt man sich nicht so recht wohl in seiner Haut. Denn die ist nach dem nicht da gewesenen Frühling fahl, rau und alles andere als bikinitauglich. Was jetzt hilft, ist ein gepflegter Weckruf: Körperpeelings befreien die Haut von abgestorbenen Schüppchen und bringen sie zum Strahlen. Für einen ordentlichen Rubbeleffekt sorgen Meersalz, naturreine Wachsperlen, Kieselmineralien, geschliffene Olivenkerne oder Bambusfasern. Wer empfindlich ist, greift zu einem Produkt mit Kokosraspeln oder mineralischen Peeling-Körpern.
Und so geht’s: Massieren Sie die Haut mit kreisenden Bewegungen. Wer mag, kann einen Luffahandschuh verwenden und so den Effekt verstärken. Spülen Sie das Peeling gründlich ab. Die Haut ist jetzt ganz fein und fühlt sich samtweich an. Die weitere Pflege – optimal ist eine straffende Körperlotion – kann nun richtig gut wirken. Gegen Cellulite ist bisher kein Kraut gewachsen, aber durch das Einmassieren eines Öls wird die Haut mit wertvollen Nährstoffen versorgt und die Durchblutung angeregt.
Besonderes Augenmerk verdient das Dekolleté, denn hier ist die Haut sehr zart und neigt zu Knitterfältchen. Zu Beginn ein sanftes Peeling verwenden und die Partie mit einer feuchtigkeitsspendenden Maske verwöhnen. Ist diese abgewaschen, mit den Fingerspitzen ein spezielles Dekolleté-Serum auftragen. Dessen Wirkung wird noch verstärkt, wenn danach eine straffende Creme kommt.
Glatt und zart mit Zucker
Damit die Haut in der Sonne verführerisch schimmern kann, müssen störende Körperhaare weichen. Eine schonende Alternative zu Nassrasur & Co. ist Halawa. Schon bei den alten Ägyptern war die Paste aus Zucker, Zitronensaft, Wasser und Sonnenblumenöl gefragt, weil sie gründlich von Härchen befreit und mit der Zeit deren Wachstum reduziert.
Die Methode wird in einigen Kosmetikstudios angeboten, kann aber auch zu Hause durchgeführt werden. Wichtig: Zwei Tage vor und nach der Anwendung nicht in die Sonne gehen und kein Peeling anwenden. Die Haut nach dem Duschen mit Babypuder bestäuben. Nun die Zuckerpaste verteilen, ein Stück Stoff auflegen, andrücken und in Wuchsrichtung abziehen. Diesen Vorgang wiederholen, bis alle Haare entfernt sind. Anschließend eine beruhigende Lotion auftragen. Der Lohn für die Mühen: bis zu vier Wochen rasierfrei.
Schnell noch vorbräunen
Wer bis dato eher büroblass als beachbraun ist, kann für den Anfang mit einem Selbstbräuner nachhelfen. Den gibt es auch in der natürlichen Variante mit pflanzlichen Bräunungsstoffen auf Zuckerbasis. Im Terminkalender vormerken: Naturkosmetische Lotionen benötigen etwa 24 Stunden bis zur vollständigen Tönung. Darum am besten in der Woche vor der Strandpremiere ein- bis zweimal via Tube vorbräunen – und Ihr Teint strahlt mit der Sonne um die Wette. Damit die Färbung schön gleichmäßig wird, vorher duschen und ein sanftes Peeling machen. Den Selbstbräuner auftragen und gleichmäßig auf der Haut verteilen. An „schwierigen“ Stellen wie etwa Ellbogen, Händen oder Fesseln weniger Bräunungscreme verwenden oder diese zuvor mit einer Bodylotion mischen. Mit dem Ankleiden sollte man warten, bis die Creme vollständig eingezogen ist. Wichtig: Das Produkt sollte kühl lagern und die geöffnete Packung innerhalb von sechs Monaten aufgebraucht werden.
Erfrischung gefällig?
Mit diesen kleinen Helfern im Strandgepäck bleibt man selbst bei tropischen Temperaturen cool: Sonnenschirm und Schlapphut sorgen für schattige Momente. Gesichtssprays mit Aloe vera, Rosenwasser, Zaubernuss oder Wassermelone spenden neue Energie. Aus einem Abstand von etwa 30 Zentimetern aufsprühen – und die belebende Brise genießen. Duftende Deos mit Aloe vera, Verveine oder Zitrone erfrischen die Achseln sanft und lang anhaltend.
Nicht vergessen: Einen Getränkevorrat von mindestens zwei Litern, um die beim Schwitzen verloren gegangene Feuchtigkeit auszugleichen. Wasserratten hüpfen zwischendurch ins kühle Nass und bringen ihren Kreislauf sportlich in Schwung. Ist auch die Gesichtshaut nach dem Baden durstig, ein feuchtigkeitsspendendes Gel (gibt es auch speziell für die Augenpartie) auftragen.
In Sachen Make-up hält man es an einem Badetag lieber etwas dezenter. Mit einem Bronzing Powder auf Wangen, Schläfen und dem Dekolleté lassen sich jedoch im Handumdrehen glanzvolle Akzente setzen. Für geheimnisvoll schimmernde Augen gibt es ayurvedische Kajalstifte, die mit kühlendem Kampfer versetzt sind. Rote Lippen soll man küssen? Damit die verführerische Farbe nicht schmilzt wie Erdbeereis in der Sonne, sollte man die Lippen mit einem Lipliner umrahmen. So darf der Sommertag am Meer auch gern bis spät in die Nacht dauern.
Bella, bella, bella Marie
Gut geschützt
Wir brauchen die Sonne wie die Luft zum Atmen, denn UV-Licht hat einen positiven Einfluss auf unseren Organismus. Es kurbelt die Hormonproduktion an, sorgt für das lebenswichtige Vitamin D und macht gute Laune. Doch so gern wir uns in der Sonne aalen, sie ist mit Vorsicht zu genießen. Tipp: Halten Sie es wie unsere südländischen Nachbarn und suchen Sie sich zwischen zwölf und drei Uhr ein schattiges Plätzchen.
Kosmetischer Lichtschutz ist für jeden Strandtag ein Muss – egal ob Capri oder Sylt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Mineralische oder synthetische UV-Filter. In naturkosmetischen Produkten werden ausschließlich mineralische verwendet. Sie dringen nicht in die Haut ein, sondern liegen auf ihr wie ein schützender Film. Ein Prinzip, nach dem sich auch Elefanten vor der Sonne schützen, indem sie sich selbst mit Sand bewerfen. Für den Menschen sind deckendes Zinkoxid oder Titandioxid im Einsatz.
Inzwischen gibt es allerdings weniger Hersteller für natürlichen Sonnenschutz als noch vor zwei Jahren. Weleda und Dr. Hauschka beispielsweise haben die Produktion eingestellt. Der Grund: Eine EU-Empfehlung aus dem Jahr 2006, nach der alle Präparate mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes vorweisen müssen. Vielen Herstellern ist es im Augenblick nicht möglich, diesen Anforderungen zu entsprechen, zumal dies mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Zurzeit bieten Lavera, Sante, Eubiona sowie EcoCosmetics Sonnenschutz an. Die letzten drei sogar ohne sogenannte Nanopartikel. Um die gab es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen. Wissenschaftler sind sich über deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt nicht einig. Allerdings hat ein ehemals strikter Gegner der Nanotechnologie seine Meinung zu diesem Thema inzwischen revidiert: Der US-amerikanische Umweltverband „Environmental Working Group“ empfiehlt nach einer umfangreichen Studiensichtung mineralische Sonnencremes, denn Verbraucher von Sonnenschutzmitteln mit synthetischen UV-Filtern könnten demnach viermal mehr gefährliche Substanzen aufnehmen.
Synthetische Filter, die in vielen konventionellen Produkten stecken, sind seit Jahren umstritten, da sie in den Körper eindringen und sich dort anreichern können. In Studien konnten Wissenschaftler der Universität Zürich verschiedene dieser synthetischen UV-Filter in der Muttermilch nachweisen. Sie sollen hormonaktiv sein, können also theoretisch die Fortpflanzungsfähigkeit, beeinträchtigen. Außerdem stehen sie in Verdacht, Allergien und Unverträglichkeiten auslösen zu können.
Ideal fürs Badenixen-Outfit sind Hut und Kleid: Sie schützen vor zu viel Sonne und sind das perfekte Styling für den Spaziergang zur Strandbar.
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? Sun Lotion sensitive, Nano-frei, von Sante ? Kajal von Lakshmi ? Deo Roll-on Aloe vera von Eubiona ? Selbstbräuner Schimmerspray von Lavera ? Body-Peeling Salt & Herbs von Martina Gebhardt ? Birken Cellulite-Öl von Weleda ? Enthaarungscreme auf Zuckerbasis von Sessu ? Energizing Splash Granatapfel Papaya von I+M |
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