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Schönheit & Pflege


Der Sonnenschützer Der Sonnenschützer

Drei Jahre Forschungsarbeit steckte Dieter Sorge von Eco Cosmetics in die Herstellung einer mineralischen Sonnencreme mit LSF 50+. Ein weiteres Steckenpferd ist der Klimaschutz. // Von Martina Petersen

"In Den vergangenen Jahren steckte unsere Branche bei Lichtschutzfaktor 20 fest", erklärt Dieter Sorge. "Das hat meinen Ehrgeiz geweckt." Drei Jahre Ent-wicklungsarbeit waren nötig, bis seiner Firma Eco Cosmetics im vergangenen Jahr als bislang einzigem deutschen Naturkosmetik-Anbieter beim Lichtschutz-faktor 50+ der Durchbruch gelang. "Keine Frage, 50+ ist in all der Zeit so etwas wie mein Baby geworden."

Es war eine harte Nuss, die die EU den Herstellern von Sonnencremes 2006 mit ihren neuen Empfehlungen zu knacken gab: Um die Haut ausgewogener vor UV-Licht zu schützen, sollten in Zukunft auch die langwelligen UVA-Strahlen besser abgewehrt werden – und zwar im Verhältnis 1:3 zum angegebenen UVB-Lichtschutzfaktor. Wer also einen LSF 30 auf der Packung deklariert, muss im UVA-Bereich mindestens 10 bringen. Nur dann darf die Creme das neue "UVA"-Siegel tragen. Für die Naturkosmetikhersteller wurde das zum Problem und einige stellten ihre Sonnencremes ganz ein. Sie setzen schließlich keine chemischen, sondern rein mineralische Filter ein und mit diesen ist es schwerer, das vorgegebene Verhältnis einzuhalten – vor allem bei sehr hohen Schutzfakto-ren. Immer mehr der stark weißelnden Titandioxid oder Zinkoxid-Teilchen in die Tuben zu füllen, konnte nicht die Lösung sein – wer geht schon gern als Schneemann an den Strand?

Den Weißel-Effekt überlisten

Eco Cosmetics fand folgende Lösung: Die Titandioxid-Pigmente werden mit Aluminium bedampft, damit sie das Sonnenlicht noch besser reflektieren kön-nen. Nano-Technologie kommt dabei nicht zum Einsatz, es werden nur größere Partikel verarbeitet. Deren Vermischung zu einer Emulsion verlangt allerdings teure Emulgatoren und längere Mischzeiten. Naturbraunes Sanddorn-Öl färbt die Titandioxid-Pigmente ein und verhindert so den "Brennglas-Effekt", der entstehen könnte, wenn sich das Licht an den spiegelnden Kanten der Partikel brechen würde. Mineralischer Glimmer und gemahlene Tonpartikel decken die Haut ab wie ein leichtes Make-up. Dieter Sorge freut sich besonders darüber, dass er mit dieser Rezeptur den Weißel-Effekt nahezu überlisten konnte.

Das Thema mineralischer Sonnenschutz beschäftigte Dieter Sorge bereits in sei-nen Anfangszeiten in der Branche, als er 1986 bei einem Naturkosmetikunter-nehmen eingestiegen war. Der gelernte Einzelhandelskaufmann hatte gerade ein Studium zum Heilpraktiker abgeschlossen und begann, sich für natürliche Schönheitspflege zu begeistern. Zehn Jahre später bekam Sorge die Chance, Teilhaber der jungen Firma "Venus" zu werden, die bislang ätherische Öle für Heilpraktiker vertrieben hatte. Hier entwickelte er Hautpflege-Serien für sensib-le Haut aus den Heilpflanzen Schwarzkümmel, Noni und Sanddorn.

Seit 2004 expandiert Sorge mit seiner Frau und Mitgesellschafterin Leyla Kaya unter dem Markentitel Eco Cosmetics auf dem internationalen Markt. Mittlerweile sind die Produkte für jeden Hauttyp in fünfzehn Ländern zu haben. Sitz des Unternehmens ist ein alter Bauernhof in Laatzen bei Hannover, produziert wird in Portugal.

Sparplan fürs Klima

"Man darf marktstrategischen Zielen nicht die Qualität opfern, dann ist man nicht mehr glaubhaft", sagt Dieter Sorge entschieden. Glaubwürdigkeit scheint beim Paar Kaya-Sorge generell großgeschrieben zu werden, ob bei der Erziehung der vier gemeinsamen Kinder, bei der Zusammenarbeit mit Partnerfirmen oder beim Engagement für den Umweltschutz. Die Firma wurde als erstes Naturkosmetikunternehmen Europas von "PrimaKlima weltweit e.V." 2007 als CO2-neutral arbeitend ausgezeichnet. "Wie heizen wir, welche Autos fahren wir, wie lang sind die Transportwege der Rohstoffe? Bei der Recherche kam alles auf den Prüfstand", erklärt Dieter Sorge. In den folgenden zwei Jahren wurden mit einem drastischen Sparplan die Energiekosten reduziert: Im heimischen Laatzen wurde bei der Beleuchtung und den Computern neueste Technik eingesetzt, die Firmenwagen durch sparsamere Fahrzeuge ausgetauscht. Das brachte Einsparungen von zwanzig Prozent.

Die Produktionsstätte in Portugal bekam eine Solaranlage für Warmwasser und Strom, die die Energiekosten sogar halbierte. Die restlichen CO2-Emissionen des Unternehmens wurden ausgeglichen. Zweieinhalb Hektar neu aufgefors­teter Wald bei Bremen mit mindestens 4000 Bäumen gingen damals auf das Konto von Eco Cosmetics. Einmal musste das Kontingent bereits aufgestockt werden – so profitiert vom Erfolg der Firma auch die Umwelt.

Steckbrief

Name: Eco Cosmetics ⁄ ⁄ Gegründet: 1993 unter dem Namen "Venus". 2004 wurde die Firma für den internationalen Markt in Eco Cosmetics umbenannt. ⁄ ⁄ Firmensitz: Laatzen bei Hannover ⁄ ⁄ Mitarbeiter: sieben ⁄ ⁄ Produkte: Gesichts-, Haar- und Körperpflege sowie eine Spezialserie für Babys & Kids. ⁄ ⁄ Besonderheit: Mineralischer Sonnenschutz ohne Nanotechnologie, bis zum Lichtschutzfaktor 50+. ⁄ ⁄
Homepage:   www.eco-naturkosmetik.de

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