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Schönheit & Pflege


Das 1x1 schöner HautOase im Badezimmer Meine Wanne und ich

Wenn es draußen kalt, dunkel und ungemütlich wird, hilft nur noch eines: Abtauchen! Dann wird die heimische Badewanne zur Oase für Entspannung, Schönheitspflege und sinnlichen Genuss. // Von Martina Petersen

Unentwegt tropft Wasser in das Felsbassin aus einer natürlichen Quelle, und im Sommer ist das kleine Becken von Blättern beschattet. Die griechische Mythologie erklärt das "Bad der Aphrodite" hoch oben im zypriotischen Gebirge zu einem magischen Ort: Genau hier soll die Göttin der Liebe einst das Baden als Quelle von Schönheit und Genuss für die Sinne entdeckt haben. Kein Wunder also, dass die Griechen als europäische Erfinder des Badewesens gelten und schon in der Antike wie die Ägypter und Römer in zumeist öffentlichen Bädern dem Badekult frönten. Von der ägyptischen Königin Kleopatra sind ausschweifende Badezeremonien in ihren Privatgemächern überliefert. Sie genoss fast täglich ein Bad bei wohlig warmen Temperaturen und mit erlesenen Zusätzen wie Stutenmilch, feinsten Pflanzenölen, Honig und Meersalz.

Vom Waschtag zur Wellness-Zeremonie

Im Mittelalter waren die privaten Holzzuber dem Adel vorbehalten, und bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Zinkwannen nur beim wöchentlichen Waschtag zum Einsatz. Erst in den 1980er-Jahren wurde das heimische Bad zur "Wohlfühl-Oase" aufgewertet: Immer mehr Frauen wurden berufstätig und genossen angesichts des Stresses die entspannende Auszeit in der Wanne. Heute misst jeder Dritte einem gemütlichen Bad eine entscheidende Rolle bei.

"Für einen Erwachsenen sollte die Wassertemperatur schon 38 oder 39 Grad betragen, um einen angenehmen Entspannungseffekt zu erzielen", sagt Prof. Jürgen Kleinschmidt, der an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität als medizinischer Balneologe die gesundheitlichen Aspekte von Bädern erforschte. "Ein Vollbad kann ruhig zwanzig Minuten oder mehr dauern, ohne für Normalgesunde den Kreislauf zu überlasten." Beim Baden wird der Körper über die Haut durchwärmt, sodass sich die Muskulatur entspannen kann. Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt, und wir atmen tiefer. Die Poren öffnen sich, wenn wir zu schwitzen beginnen, und der Körper kann Schlacken nach außen transportieren. Pflegende Badezusätze lagern sich umgekehrt in den äußeren Hautschichten ein, und wohlige Düfte schmeicheln dem Geruchssinn.

Wer sein Bad richtig genießen will, sperrt den Alltag aus: Bei sanftem Kerzenlicht lässt es sich besser abschalten. Jeder Dritte hört beim Baden Entspannungsmusik oder vertieft sich in ein gutes Buch. Und jeder Vierte liebt es ab und zu romantisch und ist in der Wanne nicht allein.

Entspannung für Körper und Seele

Neben der wohligen Wärme sorgen angenehm duftende Badezusätze dafür, dass wir uns in der Wanne rundum entspannen können. "Die Temperierung des Bades ist für die Entspannung der entscheidende Faktor", betont Prof. Kleinschmidt. "Düfte sind als Wohlfühlfaktor allerdings nicht zu unterschätzen."

Mit dem Zusatz ätherischer Öle lässt sich beim Baden unser Wohlbefinden sogar gezielt beeinflussen. "Allerdings brauchen die ätherischen Öle einen natürlichen Emulgator wie Sahne oder Honig, um durch die Hautschranke in die Blutbahn und von dort zum zentralen Nervensystem zu gelangen, wo sie Hormone und Botenstoffe freisetzen", erläutert Ingeborg Stadelmann, Präsidentin des Aromatherapie-Vereins "Forum Essenzia". Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Wirkstoffe nach drei bis zehn Minuten im Körper ihre Wirkung entfalten können: Lavendel und Rose beruhigen, Fichtennadel vertieft die Atmung, Sandelholz ist eine ideale Einschlafhilfe. Ingeborg Stadelmann empfiehlt, für ein entspannendes Hautpflegebad einen Becher Sahne und zwei Esslöffel Honig mit zehn Tropfen Lavendel oder ein bis zwei Tropfen Rosenöl zu mischen. Wer es gehaltvoller mag, kann noch zwei Esslöffel Sonnenblumen-, Distel-, Mandel- oder Olivenöl zugeben.

Eine Handvoll Rosenblätter oder fein sprudelnde Badekugeln verwandeln die heimische Wanne endgültig zum luxuriösen Wohlfühl-Tempel. Wer sich im Winter am liebsten in Berge aus Schaum zurückzieht, sollte bedenken, dass konventionelle Cremeschaumbäder oft weniger als fünf Prozent rückfettende Substanzen enthalten.

Der beste Zeitpunkt für ein Entspannungsbad ist nach 21 Uhr, um sich auf einen erholsamen Schlaf einzustimmen. Leise Musik mit Naturtönen sorgt dafür, dass wir die Gedanken des Tages loslassen können. Wer aus der Wanne steigt, sollte in einen vorgewärmten (!) Bademantel und dicke Socken schlüpfen – oder sich gleich mit dem Lieblingspyjama ins frisch bezogene Bett kuscheln.

Wohlfühl-Produkte:
Jalë Badewürfel Rose von Tautropfen, Sensena Badekissen Stress lass nach, Meersalz Blütenbad Rosenzauber von Farfalla, Basisches Edelsteinbad von Droste-Laux, Meine Base Bad von P. Jentschura

Da kommt der Kreislauf in Schwung

Ein warmes Vollbad habe zwar prinzipiell eine entspannende Wirkung, betont Prof. Jürgen Kleinschmidt. "Wer aber belebt und fit aus der Wanne steigen möchte, kommt um das kalte Abduschen am Ende nicht herum. Das erst bringt den Kreislauf in Schwung und lässt den Blutdruck wieder steigen." Ein weiteres Plus der kalten Dusche: Sie regt unser Immunsystem besonders an und macht es winterfit.

Auch die Natur bietet einige Muntermacher zur Unterstützung. Rosmarin ist ein echter Energiespender und für den zu empfehlen, der morgens fit durchstarten oder nach einem anstrengenden Tag noch abends ausgehen möchte. Als Badezusatz fördert das ätherische Öl der alten Heilpflanze die Durchblutung und bringt den Kreislauf auf Touren. Bei Bluthochdruck ist allerdings Vorsicht geboten. Erfrischende Zitrusöle aus Zitrone, Limette oder Orange wecken die Lebensgeister und wirken stimmungsaufhellend.

Wer nach einem frostigen Winterspaziergang in der Wanne richtig durchglühen möchte, kann zu einem Badezusatz mit Zimt und Nelke greifen. "Da viele ätherische Öle eine stark hautreizende Wirkung haben können, sollte man sie nicht in Eigenregie ins Bad mischen", rät Ingeborg Stadelmann. Ihr Tipp: ein Naturkosmetik-Badezusatz mit ätherischen Ölen. Oder zur Belebung eine Duftlampe mit einigen Tropfen Zitrusöl auf dem Badewannenrand platzieren.

Nach dem morgendlichen Sporttraining – insbesondere Joggen – sollte die durchwärmte Muskulatur übrigens besser mit einer moderat warmen Dusche erfrischt werden. Wenn aber schon der Muskelkater im Anmarsch ist, hilft nur noch die intensivere Wanne – und eine kräftige Massage im Anschluss.

Wohlfühl-Produkte:
Rosmarin Aktivierungsbad von Weleda, Mineral Salt&Herbs Bath von Martina Gebhardt, Natural Aktiv Badeessenz von Speick, Badeöl Ingwer-Limette von Primavera, Sport-Duschgel Rosmarin-Malve von Eubiona

Tut immer gut: Salz auf unserer Haut

Das besonders mineralstoffreiche Salz aus dem Toten Meer hilft bei empfindlicher, gereizter Haut und vielen Hautproblemen wie Neurodermitis. Mindestens eine gute Handvoll davon sollte ins Badewasser kommen. Das Meerbad regt die Mikrozirkulation und die Zellerneuerung der Haut an. Wichtig ist in jedem Fall, alle Salzrückstände sorgfältig abzuduschen. Da durch das Salzbad die Durchblutung ordentlich in Schwung kommt, sollte man sich im Anschluss eine Ruhephase gönnen. Am besten eingekuschelt im vorgewärmten Bademantel auf dem Sofa mit einer Tasse Tee.

Genau jetzt: Zeit für Hände und Füße

Nach dem Bad sind die Nägel weich und geschmeidig, sodass sie sich leicht mit der Feile in Form bringen lassen. Die Nagelhaut lässt sich jetzt ganz einfach mit einem speziellen Holzstäbchen zurückschieben. Die Hornhaut an den Füßen kann am besten gleich nach dem Abtrocknen mit einem Bimsstein abgerubbelt werden. Anschließend sollten die Füße mit einer reichhaltigen Creme verwöhnt werden. Kräftiges Massieren der Fußreflexzonen belebt den ganzen Körper. Wer gleich nach dem Bad ins Bett schlüpft, sollte auch seinen Händen eine reichhaltige Handcreme gönnen, die nachts unter Baumwollhandschuhen gut einwirken kann.

WOHLFÜHL-PRODUKTE: Salz vom Toten Meer von CMD, Badesalz von Alva, Nail Balm von Martina Gebhardt, Glas- und Pedikürfeilen von Logona, Fußcreme von Kalsaka, Bio Melkfett Nr. 34 von Bioturm, Reichhaltige Handcreme von Melvita

Verwöhn-Programm nach dem Bad

Da die Haut beim Baden Lipide, Salze, Aminosäuren und Glyzerin verliert, die die Feuchtigkeit speichern, muss sie nach dem Bad wieder auftanken. Wer im Ölbad geschwelgt hat, braucht am Ende nur den Stöpsel der Wanne zu ziehen und das restliche Öl, das sich mit der Feuchtigkeit auf der Haut zu einer Emulsion verbindet, in den Körper einmassieren. Pflegeöle gehören auf die noch feuchte Haut. Bei Lotionen setzen Naturkosmetik-Hersteller auf bewährte haut­identische Aufbaustoffe wie pflanzliches Glyzerin, Urea oder Hyaluronsäure, die Feuchtigkeit in der Haut speichern. Die durch die Wärme geöffneten Poren nehmen jetzt jede Pflege begierig auf. Wer diesen Effekt noch verstärken will, rubbelt nach dem Bad mit Bürste oder Luffa-Handschuh oder einem Peeling die abgestorbenen Hautzellen ab und gönnt Gesicht, Dekolleté und Haaren eine Maske, Packung oder Kur.

WOHLFÜHL-PRODUKTE: Thermal Bodylotion von Speick, Körperlotion Orange Vanille von I+M, Pulver-Maske Anti-Stress von Luvos

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