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Zumba! Tanz dich fit!

Das 1x1 schöner HautAbtanzen und dabei etwas für die Figur tun? Zumba heißt das Zauberwort. Der Latin-Workout bringt das Herz-Kreislauf- System mächtig in Schwung und macht dabei gute Laune. // Von Astrid Wahrenberg

Eine quirlige, durchtrainierte Frau mit dun­klen Zausellocken betritt die Bühne des Fitness-Studios. „Hallo, wer mich noch nicht kennt, ich bin Monica. Viel Spaß bei meinem Zumba-Kurs“, ruft sie mit strahlendem Lächeln ins Mikrofon. Etwa 40 Frauen im Alter zwischen 16 und 65 warten gespannt auf den Beginn der Zumba-Stunde.

Zumba bedeutet auf Spanisch in der Umgangssprache „sich schnell bewegen und Spaß haben“. Beine, Arme, der ganze Körper will sich zur Musik bewegen, sich austoben und tanzen. Der Rhythmus groovt, der Bass geht unter die Haut. Der Schweiß fließt und das T-Shirt klebt am Rücken.

Trainerin Monica Gausepohl heizt den Frauen mit ihrem kraftvollen Tanzstil ein und feuert sie von der Bühne aus an. Nach besonders anstrengenden oder mitreißenden Sequenzen klatschen alle. Die Stimmung ist gelöst und aufgekratzt – ein bisschen wie auf einer Party mit voller Tanzfläche, auf der sich die Tanzenden gegenseitig in Fahrt bringen.

Zumba ist weltweit in mittlerweile 125 Ländern verbreitet. Mehr als zwölf Millionen Menschen nehmen jede Woche an einer Zumba-Stunde teil. Das Rezept dafür ist einfach: Man nehme wilde Beats aus der ganzen Welt, etwa südamerikanische Rhythmen wie Salsa, Merengue, Cumbia, Reggaeton oder Samba sowie Hip-Hop-, Rock ’n’ Roll- oder Afrikan Beat-Musik mit ihrem aufputschenden Bass. Ein packender Musikmix aus schnellen und ruhigeren Stücken, sinnliche Tanzstile wie Bauchtanz oder Tango geben dem Ganzkörper-Intervall-Training das gewisse Etwas und bringen einen ordentlich ins Schwitzen. Je nach Körpereinsatz soll das Training pro Stunde sogar bis zu 1000 Kilokalorien verbrauchen.

Dabei sind die drei bis vier Schrittkombinationen in jedem Lied denkbar einfach. Spätestens ab dem dritten Refrain kommt selbst der Zumba-Neueinsteiger locker mit. Und wenn es mit der Koordination mal nicht so klappt, wird halt improvisiert und nach Gefühl zum Rhythmus getanzt. Der Spaßfaktor ist hoch. Zumba-Trainerin Monica Gausepohl erklärt: „Es geht nicht um Perfektion, keiner muss richtig tanzen können. Es kommt auf die Freude an, sich zu Musik zu bewegen. Dann macht man was für die Fitness, ohne es zu merken.“

Vom Tanzlehrer zum Weltkonzern

Die Zumba-Erfolgsgeschichte liest sich wie die amerikanische Traumkarriere vom Tellerwäscher zum Millionär: Der ausgebildete Tänzer und Fitness-Lehrer Alberto „Beto“ Perez gab in den späten 90er-Jahren Kurse in verschiedenen Studios. Eines Tages hatte er sein Musikprogramm irgendwo liegen lassen und holte kurzerhand seine Lieblingssongs aus dem Auto, um damit die Fitness-Stunde zu beschallen. Das war die Geburtsstunde von Zumba, das er anfangs noch Roomba nannte. Mit wenig Geld, einem bescheidenen Englisch-Vokabular und der Zumba-Idee flog er mehrmals nach Miami, um die Fitnesswelt zu überzeugen. Im Jahr 2001 fand er endlich zwei Geschäftsmänner, die ihm zuhörten und seine Idee unterstützen.

Wo ist die nächste Zumba-Party?

Heute ist Zumba-Fitness ein lukratives Geschäft und eine geschützte Marke. Im lizensierten Internetshop gibt es Zumba-Shirts und sexy Zumba-Fitnessklamotten, Armbänder, Rucksäcke, Musik-Sampler mit der neuesten Zumba-Musik, Zumba für die Spielkonsolen Wii- und X-Box. Und es gibt überall in Deutschland spontane Zumba-Flashmobs und organisierte Zumba-Partys, zu denen manchmal mehrere Hundert Leute kommen.

Die Feten laufen so: Lizensierte Trainer mieten eine Sport- oder Schulhalle – im Sommer tut es auch eine Wiese – und verbreiten die Nachricht, wann und wo die nächste Fete steigt. Solche Einladungen verbreiten sich von Mund zu Mund und über soziale Netzwerke wie Facebook, wo es eine eigene Seite für Zumba-Partys gibt. Wer mitmachen will, zahlt Eintritt, je nach Größe der Veranstaltung und Ort um die acht bis 25 Euro. Dafür gibt es was zu Knabbern, Erfrischungsgetränke und drei bis fünf Stunden Zumba-Fieber. Auf der Bühne wechseln sich die Trainer ab oder es tanzen vorne gleich drei oder vier zusammen und sorgen für Stimmung.

Der Vorteil: Solche Zumba-Partys sind eine unverbindliche und spontane Sache. Wem regelmäßige Termine mehr liegen, der kann Zumba auch in Tanzschulen, Volkshochschulen, Turn- und Sportvereinen und natürlich in Fitness-Studios tanzen.

Die verschiedenen Variationen

Zumba ist eine geschützte Marke, die Trainer müssen sich dafür lizensieren lassen. Es gibt verschiedene Kurse. Am bekanntesten und am häufigsten angeboten wird Zumba-Fitness, ein lateinamerikanisch inspiriertes Tanzprogramm für mehr Koordination, Ausdauer und Kraft. Zumba Toning ist die verschärfte Variante: Man benutzt beim Tanzen Gewichte. Damit steigt der Kalorienverbrauch, gleichzeitig werden Muskelpartien gezielt gefordert. Zumba-Gold (50+) eignet sich für Tanzeinsteiger und für Menschen mit Einschränkungen des Bewegungsapparates. Das Programm wird auch empfohlen für den langsamen Aufbau von Fitness, etwa nach Verletzungen. Zumbatomic ist speziell für Kinder bis zwölf Jahren. Es umfasst einfache Schrittfolgen zu verschiedenen Rhythmen. Damit sollen Balance und Koordinationsfähigkeit geschult werden.

Bücher und Internet

Das 1x1 schöner Haut Beto Perez, Maggi Greenwood-Robinson: Zumba. Das Dance-Workout. Riva-Verlag. 304 Seiten. 19,99 Euro

Wie Zumba aussieht, zeigen Tausende Videos auf www.youtube.com vom Flashmob in Paris, Zumba-Stunden an einem brasilianischen Strand oder Kurse in irgendeinem Fitness-Studio dieser Welt.

Informationen, Zubehör und Musik: www.zumbafitness.eu

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